
In Klein-Ovenduka zeigen die Geschäfte internationales Mitgefühl. In der Umgebung gibt es dazu Kneipen und Shebeens, um Trost für Halbmast-Trabbel zu finden.
In Klein-Windhoek hat die Fußballweltmeisterschaft tiefe Spuren und Besorgnis hinterlassen, obwohl sie zwischen 1500 und 2500 km weit weg von hier ausgetragen wird. So beschaffen die Oukies jetzt Flaggen von Ländern, die alle einmal eine koloniale Rolle gespielt haben, aber mit denen Jung-Namibia bei der WM eben noch keinen Ball rumbolzen kann. Aber einige unserer Leute in Ovenduka tuten und blasen vereinzelt.
Dabei ist bei den Vuvuzelas in keiner Weise zu verstehen, ob das Ding und der Mensch dahinter, der sich mit soviel Einfalt austuten will, das aus Freude oder Enttäuschung tun.
Da ist der eine oder andere Ostora in Klein-Ovenduka doch besser dran. Am Dienstagvormittag wehte die portugiesische Fahne noch stolz am Ende der Fahnenstange, derweil die englische Fahne nach der Niederlage ihrer Kicker durch die Ovandoitjie daneben schon auf Halbmast gerutscht war. Der Gamble war diesmal nicht aufgegangen. „Das ist das Ende der Fahnenstange!“ Aber gerade das Ende muss die Fahne räumen und darf für die Zeit der WM-Trauer nur auf Halbmast flattern.

Wenn der Theodor nicht hält, bietet die FIFA noch eine Möglichkeit eleganter Linienführung, wie bei der Begegnung zwischen Teutonen und Leuten, die Otjiingirisa sprechen.
Nach der Begegnung der Portugiesen mit Spanien und deren Sieg hat der Eigentümer des Mini-Marktes sofort die Luso-Flagge auch auf den Halbmaststand der Engländer nebenan gebracht, so dass sie den Klein-Windhoekern und den Fluggästen, die die Säm Nujoma-Äwwenju zum Flughafen hin- und zurückgurken, nun einträchtig signalisieren, das Oukies hier wehgekriegt haben. Einmal ist die altverkrustete Rivalität zwischen den Ovandoitji und den Insulanern, die Otjiingirisa sprechen, wüst kwai. Da gönnt der eine dem anderen nich die Butter auf´m Brot. Von Südamerikanern geschlagen zu werden oder von Italienern, die das diesmal nich mehr können, wäre noch zu ertragen, aber Tommies und Djerries!
Deshalb hätte der Ball, den die Engländer bei den Teutonen an die Latte geschossen hatten und der dann kurz jenseits der Torlinie aufprallte, um skelm wieder rauszuspringen, noch einen Weltkrieg auslösen können. Nur gut dass die Schwarz-Rot-Goldenen danach noch mehr Tore geschossen haben, so dass dieses Tor einigermaßen kaschiert werden konnte. Inzwischen hat die FIFA ihre Feldwächter angewiesen, Torlinien für alle Eventualitäten mit eleganter Krümmung zu entwerfen, so dass Zweifelsbälle deutlicher ausgegrenzt werden.