Der 57. Eurovision Song Contest, in dem diesmal Roman Lob für Deutschland mit seinem Lied "Standing Still" antritt, ist immer eine Party wert. Schrille Kostüme, gute Musik und kleine Pannen sind vorprogrammiert. Das DAAD und das Goethezentrum laden ein, mit ihnen die Liveübertragung anzuschauen und zusammen mit zu fiebern, wer das Rennen im größten Musikwettbewerb der Welt macht, Publikumsvoting und Gewinnspiel inklusive.
Im Austragungsland Aserbaidschan sind die Vorbereitungen schon in vollem Gange: In der von Deutschen gebauten neuen überdachten Arena Crystal Hall direkt am Meeresufer haben inzwischen alle 42 Kandidaten ihre ersten Proben gemeistert. Die Hauptstadt Baku feiert jetzt schon die Gäste, die aus aller Welt zu ihnen kommen. Die Eröffnungsparty fand bereits vergangenen Samstag statt. Die Kandidaten konnten sich dort das erste Mal beschnuppern. Und obwohl Experten dem Deutschen Roman Lob gute Chancen ausrechnen, zumindest unter die Top Ten zu kommen, ist die Konkurrenz groß: Russland, Schweden und Norwegen gelten als extrem stark - traditionell mit einem musikalischen Mix aus Rock, Balladen, Discosound und Folklore-Pop. Auch die österreichische Combo Trackshittaz mit der Gaudinummer "Woki mit deim Popo" rissen das Publikum bei der Eröffnungsparty mit. Bei einem stimmgewaltigen Auftritt überzeugte Rona Nishliu mit ihrer Ballade "Suus" für Albanien. Und Aufsehen werden auch die sechs russischen Omas aus dem Wolga-Dorf Buranowo erregen. Die Buranowskije Babuschki sagen zwar, dass ihnen der Sieg nicht wichtig sei, aber die schrille Ethno-Pop-Nummer "Party for Everybody" wird von vielen hoch gehandelt.
Ein Wehrmutstropfen bleibt die schwierige politische Situation, in der sich Aserbaidschan befindet. Mehrere EU-Politiker hatten sich geweigert in das Land einzureisen, weil mehrfach Menschenrechtsverletzungen bekannt wurden. Kritische Journalisten seien Gewalt ausgesetzt, politische Oppositionelle in Haft und das Land, trotz Rohstoffreichtums verarmt, kritisieren Organisationen und Politiker. Aserbaidschan wurde zur Austragungsstätte des Song Contests, weil das ölreiche Land letztes Jahr gewonnen hatten. So wird immer der Gewinner des Vorjahres zum Gastgeber im nächsten Jahr. Teilnehmen können alle 55 Mitgliedsländer der europäischen Rundfunkunion (EBU), also auch Nationen außerhalb Europas, denn der Rundfunkunion gehören auch einige nordafrikanische und asiatische Staaten an. Außer einem marokkanischen Beitrag ist der afrikanische Kontinent aber dieses Jahr nicht vertreten. Der Eurovision Song Contest - früher meist Grand Prix Eurovision de la Chanson - ist ein Länder- und Liederwettbewerb, den die EBU seit 1956 jedes Jahr veranstaltet. Eine lange Tradition also, die man sich auch in Namibia nicht entgehen lassen sollte.
Die Liveübertragung des Eurovision Song Contests findet am Samstag, den 26. Mai, um 19.15 Uhr im Goethezentrum Windhuk (1-5 Fidel Castro Street) statt, der Eintritt ist frei.
Julia Dombrowsky











