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Regen in Namibia

 

Vom  3.09.2010

Leuchttürme der ganzen Welt für 48 Stunden per Funk aktiv

Einmal im Jahr versuchen die Funkamateure weltweit schätzungsweise 350 Leuchttürme per Funk zu aktivieren. Für viele Radioamateure ist das Internationale-Ligthhouse-Wochenende, das vom 21. Bis 23 August stattgefunden hat, eines der „Funk Höhepunkte“ denn da laufen die Bänder meist richtig heiß.
„Einige von uns haben sich schon den Donnerstag und Freitag frei genommen, um hier alles auf Vordermann zu bringen“, schmunzelte Michael Rudloff, Sekretär des Namibian Amateur Radio Centre (NAM-ARC)aus Windhoek beim Aufbau der Leuchtturm-Sendestation. Heutzutage reicht es nicht mehr, nur ein Kabel als Antenne irgendwo anzubringen und abzuspannen. So etwas ging früher, doch heute kommt noch analoge und digitale Technik dazu. Da sieht es schon ein wenig anders aus. Angefangen vom „Echolink“ per Internet (ADSL) bis zum „SSTV“ (Slow Scan Television), eine analoge Betriebsart der langsamen Übertragung von Standbildern.
Die Geräte der Station aufzubauen geht schnell. Schwieriger wird es mit den Antennen. Welche Antennen sollen gebaut werden, in welchem Winkel müssen sie abgespannt werden, wie sieht das Stehwellenverhältnis aus, usw. Doch gerade dies macht das Hobby so interessant.
Wie auch in den letzten drei Jahren besteht das Herz der Swakopmunder Leuchtturmstation aus einem ICOM 756-Pro3-Funkgerät, einem Yaesu – FT 1000 MP Marke V Field-Funkgerät, sowie einer OM2000HF-Endstufe.
„Es ist immer wieder aufregend wenn alles aufgebaut ist und die Geräte eingeschaltet werden. Diese Spannung und Hoffnung -ist da jemand und kann er uns hören?“
Bei solchen Veranstaltungen läuft der Funkverkehr in der Regel über 1.8 bis 30 MHZ. „Es gibt vorgeschriebene Bänder auf denen wir arbeiten dürfen, doch weiß man nie, welches Band gerade offen/gut ist“ erläuterte Rudloff.
„Doch wenn die Bedingungen stimmen, wird gefunkt, dass der Leuchtturm wackelt!
Wir sprechen dann nicht nur mit den Leuten, die auf den Leuchttürmen sind, sondern auch mit jedem anderen Amateurfunker, der Verbindung mit uns sucht.“
Nicht nur Dank des Sonnenscheins, den wir hatten war es dieses Jahr besonders schön. Es kamen einige Radioamateure, die uns besuchten. Nicht nur hiesige, sondernd auch einige aus dem Ausland, die hier ihren Urlaub verbrachten und durch Zufall auf uns aufmerksam wurden. Wir konnten Stationen über Echolink von unserem Repeater, der ganz Namibia abdeckt und in Windhoek steht, empfangen. Auch auf den anderen Bändern kamen exotische Stationen wie Antarktis, Mali, Seychellen usw. durch, mit denen wir natürlich Kontakt aufgenommen haben. Jedes Gespräch wird genau protokolliert. Das legen die Richtlinien der Funkamateure so fest: Notiert werden muss das vorgeschriebene Rufzeichen der Station, die Frequenz auf der gearbeitet wird, das Signal mit dem der Teilnehmer empfangen wird, sowie die genaue Uhrzeit. Am Abend wird eine etwas längere Pause eingelegt. Auch Radioamateure haben irgendwann Hunger und da kommt so eine kleine Abwechslung mit brutzelndem Fleisch auf einem Feuer und einem kühlen Bier genau richtig.
Aufregend und interessant ist so ein Ereignis immer wieder. Ziel der Nam-Arc-Funkamateure ist, mehr junge Menschen für das Funken zu gewinnen. Zum Team in Swakopmund zählten unter anderem die Windhoeker Wolfgang und Maxi Gradewald, Karl-Heinz Stier sowie Ernst und seine Frau Jeanette. Von Samstag 0.01 Uhr bis Sonntag 23.59 Uhr im 48 Stundeneinsatz, hatte die Leuchtturmgruppe mit dem Rufzeichen V 55 L mit 36 Ländern Kontakt.

NAM-ARC

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