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Zerstörung

 

Vom 12.05.2008

Gedenkfeier für August Stauch

© Privat
Der Kirche von Ettenhausen stiftete August Stauch drei Eisenglocken mit der Inschrift: „Seinem Geburtsort zu Weihnachten 1920, August Stauch“.
Am 12. April 2008 hat Eisenach die wohl am besten besuchte Veranstaltung erlebt, die der Thüringische Geologische Verein (TGV) je organisiert hatte. Angeregt durch Konrad Schuberth (Landesamt für Geologie und Bergwesen Sachsen-Anhalt, Halle) organisierten die Herren Roland Geyer (TGV, Ortsgruppe Eisenach) und Joachim Schubert (Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie TLUG, Weimar) einen prall gefüllten Tag mit Informationen rund um August Stauch (1878-1947) und die Entdeckungsgeschichte der Diamantlagerstätten bei Lüderitzbucht vor genau 100 Jahren.

Mehr als 120 Teilnehmer, etliche von Ihnen Mitglieder der weit verzweigten Stauch-Familie, lauschten zunächst Vorträgen über die geologische Entstehung von Diamanten im Allgemeinen (Prof. Dr. Volker Lorenz) und den Diamantrausch von 1908 um Lüderitzbucht und Kolmanskuppe im Besonderen (Dr. Heinz Wiefel). Zudem gab es familiengeschichtliche Ausführungen (Dr. Barbara Reich, Großnichte von Stauch) und Informationen zu Mikrodiamanten im sächsischen Erzgebirge (Dr. Kerstin Rötzler).

Am Nachmittag setzte sich die Gedenkveranstaltung im unweit Eisenach gelegenen Ettenhausen fort. Hier, im idyllischen Geburtsort von August Stauch, war bei einer Kirchturmbesteigung Gelegenheit, die 1920 von Stauch gestifteten Eisenglocken aus der Nähe zu betrachten. Pfarrer Neumann zelebrierte anschließend eine feierliche Andacht, die dank des Ettenhausener Kirchenchores einen besonderen Rahmen erhielt.

Im Bürgerhaus klang der Nachmittag bei Kaffee und Kuchen aus. Prof. Dr. Uwe Jäschke (Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden) hielt einen launigen Vortrag über Land und Leute in Namibia, Dr. Jürgen Wunderlich (TLUG) zeigte aktuelle Reisebilder von grünender Wüste im Februar diesen Jahres und ein kurzer Film befasste sich mit der Historie der Ettenhausener Kirchenglocken.

Stark umlagert waren eine Posterausstellung sowie die Tische des Namibiana-Buchdepots, auf denen Ulrich Ender eine kleine, aber feine Auswahl von Büchern und DVDs präsentierte. Besonders die soeben aus Windhoek importierte deutsche Fassung von Olga Levinsons Stauch-Biographie „Diamanten im Sand“ hat reißenden Absatz gefunden. Gern kam man dem Aufruf nach Spenden für namibische Kinder nach.

Die bunte Mischung des Publikums aus Geologen, Stauch-Nachkommen, Mitgliedern des Traditionsverbandes, der Deutsch-Namibischen Gesellschaft, Medienvertretern und vielen weiteren Namibia-Freunden zeugte vom breiten Interesse am Thema. Interessante Gespräche wurden geführt, alte Bekanntschaften aufgefrischt und neue geknüpft. Ein gelungener Tag, der wohl allen Beteiligten nachhaltig in Erinnerung bleiben wird.

Von: Konrad Schuberth
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