Simbabwe: Arbeitslosigkeit bei 94 Prozent – 7 Millionen Hungernde
Windhoek – Während in Simbabwe das politische Chaos anhält, haben die Vereinten Nationen gestern erschreckende Zahlen über den völlig desolaten Zustand des Landes veröffentlicht. Neben der weltweit schlimmsten Cholera-Epidemie seit 14 Jahren mit mehr als 3000 Toten ist die Arbeitslosigkeit im Land demnach mittlerweile auf 94 Prozent angestiegen. Bei der letzten Erhebung im Jahr 2003 lag die Rate immerhin „nur“ bei 70 Prozent. Nach UN-Angaben stehen nur noch 480000 der insgesamt etwa 12 Mio. Simbabwer (mindestens drei Millionen Menschen haben das Land allerdings verlassen) in Lohn und Brot, 2003 waren es noch 3,6 Millionen. Noch schlimmer verheerender entwickelt sich hingegen die humanitäre Lage der Bevölkerung: Nach Angaben des Welternährungsprogramms (WFP) benötigen rund sieben Millionen Simbabwer in den Monaten Februar und März Lebensmittelhilfe. Das sind mehr als drei Viertel der im Land verbliebenen Bevölkerung. Das WFP will dabei die Versorgung von 5,1 Millionen Menschen übernehmen, eine Gruppe US-amerikanischer Hilfsorganisationen weitere rund 1,8 Millionen unterstützen.
Derweil haben sich Präsident Robert Mugabe und seine ZANU (PF) gestern offiziell hinter den von der SADC beim Sondergipfel am Montag vorgeschlagenem Zeitplan gestellt. Nach einem Treffe des Politbüros in Harare bestätigte ein Parteisprecher dies und erklärte, Mugabe werde nun mit der Umsetzung des Vorschlags beginnen. Die MDC-Spitze wird heute über ihr weiteres Vorgehen beraten. Gestern taren sich auch die Unterhändler beider Parteien, Ergebnisse wurden bis zum Abend nicht bekannt.
Der von der SADC vorgesehene Zeitplan sieht die Einschwörung von Morgan Tsvangirai als Premierminister am 11. Februar vor, am 5. Februar soll das Parlament die für die Schaffung des Postens notwendige Verfassungsänderung beschließen.