Windhoek/Harare – Ungeachtet des Machtteilungsabkommens in Simbabwe gehen die gewaltsamen Übergriffe auf Farmer offenbar weiter. Wie das Nachrichtenportal ZimOnline unter Berufung auf den kommerziellen Farmerverband CFU berichtet, seien seit Unterzeichnung des Vertrags am 15. September mindestens 35 weiße Farmer Opfer von Gewalt und Vertreibung geworden. Die Übergriffe sind laut CFU-Präsident Trevor Gifford von Veteranen ausgeführt worden. „Die Lage hat sich stufenweise verschlechtert, es gibt zahlreiche neue Invasionen.“ Gifford monierte zudem, dass die Polizei wie so oft trotz Anzeige meist untätig geblieben sei.
Ein Farmer, der aus Angst nicht namentlich genannt werden wollte, sagte ZimOnline: „Wir haben zahlreiche Militärs auf den Farmen. Es ist die ganz normale Jambanja (simbabwisches Schlagwort für Invasion, d. Red.) Die Polizei will nicht helfen, weil es sich um Landfragen handelt.“ Viele der Gesetzeshüter hatten in der Vergangenheit von der Landreform profitiert.
Politisch herrscht derweil weiter Stillstand. Noch immer steht kein neues Kabinett, die Gespräche darüber zwischen der ZANU (PF) von Präsident Robert Mugabe und den MDC-Fraktionen von Morgan Tsvangirai und Arthur Mutambara waren nur wenige Tage nach Unterzeichnung des Machtteilungsabkommens wegen Unstimmigkeiten abgebrochen worden.