SADC-Gipfel verzögert – MDC: „Erwarten nichts“ – Attentat auf Mugabe?
Windhoek/Pretoria/Harare – Bis zum Abend hat der „Entscheidungsgipfel“ der SADC zum Thema Simbabwe keine Ergebnisse gebracht. Eigentlich sollte bei dem Treffen der Staats- und Regierungschefs der Region mit Simbabwes Machthaber Robert Mugabe sowie den Oppositionsvertretern Morgan Tsvangirai und Arthur Mutambara (MDC) in Pretoria vor 19 Uhr ein Communiqué veröffentlicht werden, dies verzögerte sich aber nach Angaben von Teilnehmern auf den späten Abend nach AZ-Redaktionsschluss.
Ein führender MDC-Funktionär, der vor Ort ist, aber namentlich nicht genannt werden möchte, zeigte sich allerdings am Abend im AZ-Gespräch wenig zuversichtlich: „Wir erwarten so gut wie nichts. Am Schlimmsten wäre aber, wenn Mugabe seine Drohung wahrmacht und alleine ein Kabinett bildet – und die SADC dies auch noch absegnet“, so der Politiker unter Verweis auf eine entsprechende Ankündigung von Mugabes Informationsminister Bright Matonga für den Fall eines Scheiterns der Bemühungen des Gipfels.
Die MDC werde laut dem Informanten dann fordern, dass die Wahlergebnisse vom 29. März 2008, bei der die MDC die Mehrheit erreicht und Tsvangirai Mugabe im Rennen um die Präsidentschaft überflügelt hatte, in den Entwurf der Vereinbarung aufgenommen werden, mit dem man sich an die Afrikanische Union wenden werde, die in dieser Woche in Libyen tagt.
Seit der Unterzeichnung des Machtteilungsabkommens Mitte September streiten MDC und Mugabes ZANU (PF) über die Vergabe der Ministerien. Die MDC beansprucht vor allem die Innenbehörde, der auch die gefürchtete Polizei untersteht.
Derweil erreichten die AZ gestern brisante Nachrichten aus Harare: Am Samstagabend soll es einen Mordanschlag auf Mugabe gegeben haben, der allerdings scheiterte. Auch diese Information bestätigte der MDC-Politiker der AZ. Wie üblich bei Attentatsversuchen auf das Staatsoberhaupt gab es keine offizielle Stellungnahme oder gar Details aus Simbabwe. Am Sonntag kam es dann offenbar zu einer Schießerei an oder in Mugabes Präsidentenpalast. Laut Augenzeugen seien „mindestens 60 Schüsse“ abgefeuert worden.