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Vom  5.09.2008

Ultimatum gesetzt

Mugabe könnte ohne MDC sein Kabinett ernennen

Windhoek/Harare – Schon am heutigen Freitag könnte Simbabwes Präsident Robert Mugabe sein neues Kabinett ernennen, nachdem der 84-Jährige Oppositionsführer Morgan Tsvangirai bis gestern Abend ein Ultimatum zur Unterzeichnung des Machtteilungsabkommens gesetzt hatte. „Wenn er bis Donnerstag nicht unterschreibt, werden wir ein Kabinett bilden“, zitiert die Staatszeitung „The Herald“ Mugabe. „Wir können uns einfach keine Situation leisten, in der wir bis in alle Ewigkeit kein Kabinett haben.“

Die Opposition erklärte derweil, man lasse Mugabe lieber gewähren, als sich zur Einigung zwingen zu lassen. „Wir haben ohnehin den Glauben in diese Gespräche verloren“, sagte ein hochrangiger MDC-Funktionär, der namentlich nicht genannt werden möchte. Er äußerte sich auch kritisch über die in seinen Augen einseitige Vermittlerrolle des südafrikanischen Präsidenten Thabo Mbeki, der keine Lösung der Krise fördere, sondern lediglich Robert Mugabe helfen wolle, an der Macht zu bleiben. Die MDC hoffe daher nun auf ein Eingreifen der Afrikanischen Union und der Vereinten Nationen.

Gestern gab es wie schon in der vergangenen Woche Gerüchte, dass Mbeki am Nachmittag zu eintägigen Gesprächen nach Harare fliegen sollte Dies wurde erneut von seinem Sprecher dementiert.

Tsvangirai und die MDC verweigern ihre Unterschrift unter dem Koalitionsvertrag, weil er ihrer Meinung nach Mugabe zu viele Recht, darunter auch die Befehlsgewalt über die Streitkräfte, zusichert.
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