Simbabwes Premier bereitet Beerdigung vor – Bennett wieder Thema
Windhoek/Harare – Nach dem Unfalltod seiner Frau und einem zweitägigen Aufenthalt in Botswana ist Simbabwes Premierminister Morgan Tsvangirai gestern nach Harare zurückgekehrt und hat Spekulationen über einen möglichen Anschlag eine Absage erteilt: „Es war ein Unfall, in dem traurigerweise meine Frau getötet wurde“, sagte Tsvangirai zu Trauernden vor seinem Haus. „Wenn so etwas passiert, wird es immer Spekulationen geben, aber in diesem Fall steht die Wahrscheinlichkeit für ein Verbrechen bei eins zu tausend.“
Im engsten Familienkreis bereitete sich Tsvangirai dann auf die Beerdigung seiner Frau Susan (50) vor, die bei dem Verkehrsunfall am Freitag ums Leben gekommen war. Heute, an Tsvangirais 57. Geburtstag, soll im Glamis-Stadion in Harare, in dem er vor vier Wochen seine Vereidigung als Premierminister gefeiert hatte, eine öffentliche Trauerfeier für Susan Tsvangirai stattfinden. Beerdigt wird sie morgen Vormittag auf dem Landsitz des Ehepaares in Buhera. Morgan Tsvangirai war bei dem Unfall nur leicht verletzt worden und nach dem Verlassen des Krankenhauses in Harare nach Botswana geflogen, um sich nochmals eingehend untersuchen zu lassen.
Die MDC hat mittlerweile eine eigene Untersuchung zur Ursache des Zusammenstoßes rund 50 Kilometer südlich von Harare eingeleitet, bei dem ein entgegenkommender Lkw einer britisch-amerikanischer Hilfsorganisation das Fahrzeug der Tsvangirais gerammt hatte. Nach wie vor halten sich Spekulationen, der Unfall könne ein Anschlag gewesen sein.
Derweil wird heute auch ein spannender Tag für den nach wie vor inhaftierten Roy Bennett. Am Obersten Gerichtshof geht die Staatsanwaltschaft gegen mehrere Entscheidungen des Obergerichts vor, die dem designierten Vize-Landwirtschaftsminister Kaution in Höhe von 2000 US-Dollar gewährt hatte. Allerdings hatte die Staatsanwaltschaft sämtliche Register der juristischen Möglichkeiten gezogen, um ihn weiter hinter Gittern zu halten. Bennett (52) war am 13. Februar am Charles-Prince-Flughafen verhaftet, zunächst verschleppt und später wegen Verschwörung und Waffenbesitzes zur Ausübung eines Terrorakts angeklagt worden. Die MDC, deren Schatzmeister Bennett ist, nennt die Vorwürfe „völlig an den Haaren herbeigezogen und politisch motiviert“.
Zudem gab es gestern eine weitere traurige Nachricht aus Simbabwe: Die Opferzahl der nach wie vor grassierenden Cholera hat erstmals die Marke von 4000 übersprungen. Die WHO meldet 4011 Tote sowie mehr als 89000 Infizierte.