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Vom  9.03.2009

Trauer und Spekulationen nach Tsvangirais Unfall

Simbabwe: Gerüchte über Anschlag nach tödlichem Zusammenstoß – Premierminister nach Botswana ausgeflogen

Windhoek/Harare – Simbabwe steht unter Schock: Nach dem schweren Verkehrsunfall von Premierminister Morgan Tsvangirai, bei dem seine Frau Susan (50) am Freitagnachmittag ums Leben gekommen war, kocht die Gerüchteküche über einen möglichen Anschlag auf den MDC-Chef hoch. Tsvangirai selber, der mit leichteren Kopf- und Nackenblessuren sowie einem schweren Schock davon gekommen war, wurde noch am Samstag nach Verlassen des Krankenhauses nach Botswana geflogen – offiziell, um eingehend untersucht zu werden. Das erfuhr die AZ aus gut informierten MDC-Kreisen.
Die Tsvangirais waren am Freitagnachmittag auf dem Weg zu ihrem Landsitz in Buhera, als ihr Fahrzeug, ein Toyota Landcruiser, rund 50 Kilometer südlich von Harare mit einem Lastwagen zusammengestoßen war und sich drei Mal überschlagen hatte. Susan Tsvangirai starb kurz nach Einlieferung in ein Krankenhaus, die genaue Ursache ist noch nicht bekannt. Neben dem Premierminister kamen auch ein Bodyguard und der Fahrer mit leichten Verletzungen davon. Noch am Freitagabend hatten Präsident Robert Mugabe und seine Frau Grace den sichtlich unter Schock stehenden Tsvangirai im Krankenhaus besucht.
Nach Angaben von Deon Theron, dem Vize-Präsidenten des kommerziellen Farmerverbands CFU und einem der ersten Zeugen am Unfallort, war das Fahrzeug auf der mit Schlaglöchern übersäten Straße zuerst nach links, dann nach rechts und dort von der Straße geschleudert. Theron hatte von Unfallwagen Fotos und Videoaufnahmen gemacht, bevor ihm beide Kameras abgenommen und er selber für mehrere Stunden festgehalten wurde. „Im Auto habe ich nicht eine einzige Blutspur gesehen. Auf der Straße waren nur Bremsspuren von Tsvangirais Wagen, nicht aber von dem Truck, der zudem relativ schnell weggeschafft worden ist“, so Theron. Der LKW gehörte der Hilfsorganisation USAID, der Fahrer war Simbabwer.
Die MDC selber hält sich offiziell mit Anschuldigungen zurück, kündigte aber eine unabhängige Untersuchung an, während zahlreiche Parteimitglieder und Beobachter einen „normalen“ Unfall anzweifeln – vor allem, weil es schon mehrmals tödliche Unfälle von MDC-Vertretern mit LKW gab. Scharfe Kritik wurde auch an den Sicherheitsvorkehrungen geübt: MDC-Generalsekretär Tendai Biti erklärte, der Unfall hätte verhindert werden können, wenn Tsvangirai von einer Polizeieskorte begleitet worden wäre.
Morgan, der morgen 57 Jahre alt wird, und die beliebte Susan Tsvangirai waren seit 31 Jahren verheiratet und hatten sechs Kinder. Wann die Frau des Premiers beerdigt werden soll, steht noch nicht fest.

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