Windhoek/Harare – In Simbabwe spielt die Regierung erneut ihre Macht aus. Die Regierung erteilte der Forderung von Oppositionschef Morgan Tsvangirai nach internationalen Beobachtern für die Stichwahl um das Präsidentenamt eine klare Absage. „Wenn die westlichen Staaten ihre Sanktionen gegen uns aufheben würden, könnten wir darüber nachdenken. Vorher gibt es dafür aber überhaupt keine Basis“, zitierte die Staatzeitung The Herald den Justizminister Patrick Chinamasa.
Gestern wurde zudem ein neu gewählter Abgeordneter der MDC verhaftet. Von der Polizei gab es zunächst keine Stellungnahme, Augenzeugen berichteten, man habe Heya Shoko im Zusammenhang mit angeblichen Gewalttaten nach der Wahl vom 29. März auf offener Straße abgeführt. Schon vorher waren mehrere bekannte Oppositionsanhänger weggesperrt worden.
Derweil hat das chinesische Waffenschiff An Yue Jiang mit 77 Tonnen eigentlich für Mugabe bestimmtem Kriegsgut an Bord am Wochenende die namibische Küste passiert. Nach Angaben des internationalen Verbandes der Transportarbeiter (ITF) kam es im Benguela-Strom langsamer voran als angenommen und sollte in der Nacht zu heute Kapstadt erreichen. Weil die SADC-Staaten die Löschung der heiklen Ladung blockiert hatten, war das Schiff lediglich zum Tanken in Luanda eingelaufen und hatte dann die Heimreise nach China angetreten.