Durchbruch in letzter Minute auf der Sitzung des Welt-Diamantrates – Namibias Repräsentant hat den Weg geebnet
Windhoek/St. Petersburg – Nach monatelangem Ringen hat sich der Kimberley-Interessenverbund (Kimberley Process, KP) jetzt darauf geeinigt, Exportdiamanten aus Marange/Simbabwe zu kontrollieren. Dies ist am vergangenen Donnerstag auf der diesjährigen Sitzung des Welt-Diamantrates (World Diamond Council, WDC) im russischen St. Petersburg beschlossen worden.
Wie der WDC am Freitag mitteilte, sei Simbabwe erlaubt worden, zwei Exportsendungen mit Rohdiamanten aus den Marange-Feldern auszuführen – allerdings unter Aufsicht des Interessenverbundes KP. Ein KP-Komitee werde dann anhand des Berichts eine Position für künftige Exporte der Edelsteine formulieren. „Wenn dies ein Sieg für Alle ist, ist es ein Sieg für den Kimberley Process“, wird KP-Vorsitzender Boaz Hirsch in dem Bericht zitiert. Der WDC-Vorsitzende Eli Izhakoff wird mit folgenden Worten zitiert: „Wenngleich wir dies als Fortschritt bezeichnen können, bleibt noch viel zu tun.“
Von einer „erfolgreichen Vereinbarung“ spricht der hiesige Verband der Diamantproduzenten (Diamond Manufacturers´ Association of Namibia) in einer Erklärung vom Freitag. Verbandsvorsitzender Burhan Seber erinnerte daran, dass über ein Exportverbot von Diamanten aus Marange seit Monaten diskutiert worden sei, nachdem diese Edelsteine auf der KP-Sitzung im November 2009 in Swakopmund als „nicht konform“ eingestuft worden seien. Den jetzigen „Durchbruch“ habe man laut Seber vor allem Kennedy Hamutenya, Diamantkommissar im namibischen Bergbauministerium, zu verdanken. Er habe gute Arbeit als Mediator geleistet und u.a. darauf hingewiesen, dass das Scheitern eines Abkommens „schwerwiegende Konsequenzen“ für die Industrie haben würde. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) lobte in einer Stellungnahme, dass durch die „Entscheidung in letzter Minute“ eine „Krise abgewendet“ werden konnte.
Dem Kimberley-Interessenverbund gehören hauptsächlich Vertreter von Regierungen (aus Ländern, welche diese Edelsteine fördern) sowie der Diamantindustrie an. Als freiwillige Selbstkontrolle haben sie das Kimberley-Prozess-Zertifikationssystems (KPCS) eingeführt, das den Handel mit sogenannten Blutdiamanten (mit denen zum Beispiel Bürgerkriege finanziert werden) unterbinden soll.