Gesandte aus USA und Großbritannien festgesetzt – Tsvangirai frei
Windhoek/Harare – Nur wenige Stunden nach der Freilassung von Simbabwes Oppositionsführer Morgan Tsvangirai aus dem Polizeigewahrsam haben sie Sicherheitskräfte gestern erneut zugeschlagen: An einer Straßensperre wurden zwei Fahrzeuge von US-Diplomenten sowie eines einer britischen Gesandtschaft gestoppt und die Insassen festgenommen, bestätigte gestern der aufgebrachte US-Botschafter James McGee. „Die Polizei stoppte die Fahrzeuge, zerstach die Reifen und beschlagnahmte die Mobiltelefone der Insassen. Dann wurde ihnen gedroht, dass sie in den Autos angezündet würden, wenn sie nicht aussteigen und mit zur Polizeiwache kommen.
Am Abend bestätigten die britische Regierung und Botschafter McGee, dass alle Diplomaten wieder freigelassen worden seien. In London wurde der simbabwische Botschafter ins Außenministerium einbestellt, die US-Regierung zeigte sich empört über das Vorgehen der Polizei. Die simbabwische Regierung erklärte, die Diplomaten hätten an einem Treffen der oppositionellen MDC teilgenommen.
Diplomatie war es wohl auch, die Oppositionsführer Morgan Tsvangirai am späten Mittwochabend nach neun Stunden aus dem Polizeigewahrsam befreit hat. Die südafrikanische Regierung erklärte, ein Telefonanruf von Präsident Thabo Mbeki habe die Entlassung bewirkt.
Tsvangirai war am Mittwochmittag mit 14 weiteren Personen aus seinem Gefolge ebenfalls an einer Straßensperre ohne Begründung festgenommen worden. Die Polizei hatte gestern erklärt, dass sie lediglich den Fahrer eines Wagens im Konvoi habe mitnehmen wollen, um zu überprüfen, ob das Fahrzeug ordnungsgemäß zugelassen sei. Tsvangirai selbst sagte, ihm sei – so wörtlich – „Anziehung einer großen Menschenmasse“ vorgeworfen worden.