Windhoek/Harare – In Simbabwe steht die geplante Koalitionsregierung vor dem Aus. Während Präsident Robert Mugabe offenbar breits dabei ist, eigenmächtig eine neue Regierung zu bilden, will die rivalisierende MDC heute auf einer Vorstandssitzung über einen möglichen Abbruch der Verhandlungen debattieren.
Präsident Robert Mugabe hat sich in der Zwischenzeit vom Politbüro seiner Partei absegnen lassen, die Kabinettsbildung voranzutreiben. Nach Angaben seiner ZANU (PF) führe man bereits Gespräche mit der MDC. Von der gab es keine Stellungnahme.
Mugabe und das Politbüro berufen sich bei diesem Vorhaben auf Empfehlungen des SADC-Gipfels vom vergangen Sonntag in Johannesburg. Statt Kritik an Mugabe zu üben hatten sich die Teilnehmer hinter den 84-Jährigen gestellt und sowohl eine sofortige Regierungsbildung als auch die Teilung der Macht im Innenministerium gefordert. MDC-Präsident Morgan Tsvangirai hatte sich „schockiert“ über die Position der SADC gezeigt. Die Vorschläge seien angesichts der „tiefen Verachtung“ Mugabes für die MDC nicht realistisch.
Damit bleibt die Zukunft Simbabwes ungewiss, nachdem das ganze Land nach dem Machtteilungsabkommen vom 15. September auf Besserung gehofft hatte. Knackpunkt im Machtstreit ist das Innenministerium, dem die gefürchtete Polizei unterstellt ist.