Simbabwe-Abkommen soll sofort umgesetzt werden – Cholera weiter akut
Windhoek/Harare/Johannesburg – Nach langem Schweigen hat sich die Staatengemeinschaft des Südlichen Afrika, SADC, wieder zur Simbabwe-Krise geäußert. Die zerstrittenen politischen Parteien in Harare sollten umgehend das im September unterzeichnete Machtteilungsabkommen umsetzen, ließ Südafrikas Präsident Kgalema Motlanthe über seinen Sprecher Thabo Masebe erklären.
Motlanthe ist derzeit Vorsitzender der SADC. „Der erste Schritt dazu ist die umgehende Ernennung von Premier und Vize-Premier“, so Masebe. Die SADC hatte schon bei ihrem vergangenen Gipfel im Johannesburg die Umsetzung der Machtteilung gefordert, war dafür allerdings vor allem aus den Reihen der simbabwischen Opposition kritisiert worden, die sich mehr Druck auf Präsident Robert Mugabe erhofft hatte. Die MDC betonte auch gestern, das Abkommen von September könne nur durch die Machtteilung in verschiedenen Schlüsselministerien erreicht werden. Dabei gehe es aber nicht nur um das Innenressort, wie Mugabes ZANU(PF)-Partei immer wieder betont und dessen Aufteilung die SADC gefordert habe.
Auch die humanitäre Situation spitzt sich weiter unaufhaltsam zu, ohne dass Erfolge im Kampf gegen die Cholera erkennbar wären. Nach neusten Zahlen der Weltgesundheitsorganisation WHO sind bislang offiziell 1564 Menschen an der Durchfallerkrankung gestorben, mehr als 29130 Fälle wurden registriert. Damit stieg die Opferzahl binnen sechs Tagen um mehr als 400.