Inflationsrate sinkt dank Währungsumstellung erstmals seit Jahren
Windhoek/Harare – Zum ersten Mal seit Jahren ist die Inflation in Simbabwe wieder gefallen. Gestern stellte das zentrale Statistikbüro des Landes erstmals seit Juli 2008 wieder offizielle Zahlen zur Teuerungsrate vor und gab die Preis-Veränderung im Februar mit -3,1 Prozent an.
Allerdings bediente sich die Behörde eines Tricks: Die Inflation wurde nicht mehr für den völlig wertlosen Simbabwe-Dollar, sondern für den seit Januar als legalisiertes Zahlungsmittel geltenden US-Dollar berechnet. „Schon im Januar waren die Preise in US-Dollar um 2,3 Prozent im Vergleich zum Vormonat gefallen, jetzt sanken sie noch weiter auf einen Wert von -3,1 Prozent“ heißt es von der Behörde, die zugleich ankündigte, zukünftig wieder regelmäßig Daten zur Teuerungsrate zu veröffentlichen – allerdings nur noch für die Preisentwicklung in US-Dollar.
Die letzte offizielle Zahl vom Juli 2008 hatte die Inflation mit schier unvorstellbaren 231 Millionen Prozent angegeben; ein Weltrekord-Wert, den Analysten als vielfach untertrieben bewertet hatten. Berechnungen zufolge lag die tatsächliche Teuerungsrate bei 89,7 Sextillionen (26 Nullen) Prozent – für das menschliche Gehirn nicht mehr vorstellbar. Der neue Finanzminister Tendai Biti hatte angekündigt, dass die jährliche Inflation bis Ende 2009 auf unter zehn Prozent gesenkt werden solle.
Der Simbabwe-Dollar ist seit der Entscheidung von Januar, die auch den südafrikanischen Rand als Zahlungsmittel zulässig gemacht hatte, fast komplett von den Straßen verschwunden. Auch der kürzlich vorgestellte Haushalt kalkuliert nur noch in US-Dollar.