Gewalt gegen Weiße in Simbabwe geht weiter – Minister als Helfer
Windhoek/Harare – Die Gewalt gegen weiße Farmer in Simbabwe geht offenbar ungebrochen weiter. Wie der Journalist Jan Raath jetzt berichtet, sind seit der Unterzeichnung des Machtteilungsabkommens am 15. September mittlerweile 60 Farmer Opfer von gewaltsamen Vertreibungen durch Schlägertrupps, die vermutlich aus den Reihen der ZANU (PF) von Präsident Robert Mugabe stammen.
Nach Angaben des Journalisten hat Landminister Didymus Mutasa Blanko-Schreiben für Enteignungen unterzeichnet, die dann beispielsweise an Armeegenerale, Richter sowie Amtsträger aus Ministerien und Behörden vergeben werden. Die betroffenen Farmer hätten kaum eine Chance zur Gegenwehr: Die so genannten Land Grabbers (Landnehmer) fielen auf das Grundstück ein und machten sich umgehend im Haus breit, nutzen Fahrzeuge, Möbel und Nahrungsmittel, schreibt Raath. Weigere sich der Farmeigentümer zu gehen, werde er der illegalen Besetzung angeklagt.
„Wir bekommen fast täglich neue Beschwerden“, berichtet der Anwalt David Drury, der schon zahlreiche enteignete Farmer betreut hat, darunter auch Mike Campbell und Benn Freeth am Windhoeker SADC-Tribunal. Er hofft dennoch auf das Machtteilungsabkommen zwischen ZANU (PF) und MDC: „Es könnte sein, dass dadurch den Enteignungen ein Moratorium auferlegt wird. Deshalb versuchen sie (die Schlägertrupps, d.Red.), noch schleunigst an Land zu kommen.“
Wann und ob das Machtteilungsabkommen jemals tatsächlich in Kraft tritt, bleibt angesichts der Uneinigkeit über die Verteilung de Ministerposten unklar.