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Vom 23.03.2009

Nach Skandal-Vorwürfen: CFU will Zeitung verklagen

Simbabwe: Farmerverband wehrt sich gegen Anschuldigungen – „The Herald“: Verstrickung in Unfall von Tsvangirai

Windhoek/Harare – Nach den schier unglaublichen Vorwürfen gegen die kommerzielle Farmervereinigung (CFU) in Simbabwe erwägt der Verband jetzt rechtliche Schritte gegen die Zeitung, The Herald, bekanntermaßen das Sprachrohr der ZANU (PF) von Präsident Robert Mugabe. Die Zeitung hatte der CFU in der vergangene Woche in einem Artikel eine Verstrickung in den tödlichen Unfall von Susan Tsvangirai am 6. März vorgeworfen. „Wir beraten derzeit mit unseren Anwälten, denn dieser Artikel enthält nicht einen Funken Wahrheit“, erklärte CFU-Direktor Hendrik Olivier jetzt. „Wenn man uns dazu rät, werden wir umgehend rechtliche Schritte gegen die Zeitung einleiten.“
Der Artikel macht seine Verschwörungstheorie an zwei Punkten fest: Zum einen gehöre der Lkw, mit dem der Wagen von Tsvangirai auf dem Weg nach Buhera zusammengestoßen war, einem britischen Unternehmen, das seine Büros in Harare im so genannten CFU-Haus hat, dem Hauptsitz der Farmervereinigung. Zudem, so heißt es im Herald weiter, seien weiße Farmer vor der Polizei an der Unfallstelle gewesen, hätten fotografiert und gefilmt.
Bei den genannten „weißen Farmern“ handelte es sich in der Tat um CFU-Vize-Präsident Deon Theron, der noch vor Ort von der Polizei festgehalten, eine Woche später unter dem Vorwand, man wolle ihm sein Equipment zurückgeben, verhaftet und später wegen Justizbehinderung angeklagt worden war. Am Freitag war Theron nach drei Nächten im Gefängnis freigelassen worden, ohne jemals einem Haftrichter vorgeführt worden zu sein. Er muss sich allerdings morgen erneut bei der Polizei melden. Eine Wiederverhaftung ist nicht ausgeschlossen, erklärte Theron, der mittlerweile an einen sicheren Ort gebracht worden ist, jetzt im AZ-Gespräch.
„Wenn wir jemals geglaubt haben, dass es sich bei dem Tod von Susan Tsvangirai um einen normalen Unfall gehandelt hat, dann ist dies jetzt eindeutig wiederlegt“, betonte auch ein hochrangiges MDC-Mitglied, das aus Sicherheitsgründen nicht namentlich genannt werden will, im AZ-Gespräch. „Man sucht offensichtlich händeringend nach irgendwelchen Schuldigen, um von sich selber abzulenken.“
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