Druck auf Simbabwes Despoten wächst – Kritik aus Kirche und Politik
Windhoek/Harare – Angesichts des wirtschaftlichen Zusammenbruchs und der Cholera-Epidemie in Simbabwe mit fast 600 Toten wächst der internationale Druck auf Robert Mugabe. „Genug ist genug“, erklärte Großbritanniens Premierminister Gordon Brown und forderte die Weltgemeinschaft und den UN-Sicherheitsrat zu mehr Druck auf den 84-jährigen Despoten auf. „Diese Krise ist mittlerweie nicht mehr national, sondern international. Die Cholera überschreitet Landesgrenzen, das Regierungssystem ist völlig zusammengebrochen. Niemand in der Staatsführung ist in der Lage oder willens, das Volk zu schützen“, so Brown. Zuvor hatte auch US-Außenministerin Condoleezza Rice Mugabe zum sofortigen Abtritt aufgefordert.
Noch eine Schritt weiter ging gestern der anglikanische Erzbischof von York, der aus Uganda stammende John Sentamu: Mugabe und seiner Helfershelfer müssten aus dem Amt gejagt und dann vor das Kriegsverbrechertribunal in Den Haag gestellt werden. Die Krise in Simbabwe gleiche der Schreckensherrschaft von Idi Amin in seiner Heimat Uganda, so der ausgewiesene Mugabe-Kritiker, der im vergangenen Jahr bei einem Fernsehauftritt seine kirchliche Halskrause zerschnitten und angekündigt hatte, sie erst wieder zu tragen, wenn Mugabe gestürzt sei. Der südafrikanische Erzbischof Desmond Tutu hatte sogar afrikanische Staaten aufgerufen, Mugabe notfalls mit Militärgewalt aus dem Amt zu entfernen.
Botswana, der einzige Kritiker Mugabes in der SADC-Region, beschuldigte den Staatenbund, Mugabe an der Macht zu halten. Außenminister Phandu Skelemani forderte die Staaten auf, den Export von Gütern nach Simbabwe zu stoppen, die Mugabe das Überleben sicherten, „zum Beispiel Benzin. Wenn wir ihm den vor allem für Armee und Polizei so nötigen Kraftstoff zwei Wochen lang verweigern, kann er sich nicht halten.“