Harare: Staatsführung soll wegen Gerichts-Missachtung belangt werden
Windhoek/Harare – Das Drama um die in Simbabwe inhaftierten Menschenrechtsaktivisten nimmt kein Ende. An einem Magistratsgericht in Harare kündigten die Anwälte der insgesamt 18 Verhafteten jetzt an, die Regierung von Präsident Robert Mugabe wegen Missachtung des Obergerichts anzuklagen. Dieses hatte kürzlich angeordnet, dass die Menschenrechtler um Jestina Mukoko, Direktorin des Zimbabwe Peace Projects, sowie ein zweijähriger ebenfalls verhafteter Junge in ein Krankenhaus gebracht werden müssten, was nicht geschehen ist. Die Inhaftierten hatten ausgesagt, in Haft gefoltert worden zu sein. „Die eigentlichen Kriminellen sind die Vertreter des Staates“, so Verteidiger Charlel Kwaramba beim Versuch, die Anklageschrift anzufechten.
Mukoko und acht Mitangeklagten wird vorgeworfen, einen Putsch gegen Mugabe geplant und dafür bereits potenzielle Kämpfer rekrutiert zu haben. Den Übrigen wird ein Bombenanschlag, Banditentum bzw. Mittäterschaft zur Last gelegt. Das Magistratsgericht wird heute entscheiden, ob der Putsch-Prozess fortgesetzt wird.
Mukoko war am 3. Dezember aus ihrem Haus verschleppt worden und blieb danach tagelang verschwunden, bis die Polizei ihre Festnahme bestätigte. Ein Teil der übrigen Verhafteten steht der oppositionellen MDC nahe. Ein Sprecher der Partei erklärte, durch die Festnahmen werde das seit mehr als drei Monaten nicht umgesetzte Machtteilungsabkommen mit der ZANU (PF) weiter in Frage gestellt.