Windhoek/Harare/Pretoria – Simbabwes Präsident Robert Mugabe hat gestern die Cholera-Epidemie in seinem Land für beendet erklärt – und das, obwohl die Todeszahlen durch die Cholera laut Weltgesundheitsorganisation WHO weiter steigen und sogar Nachbarland Südafrika die Grenzregion zu Simbabwe zum Notstandsgebiet erklärt hat.
„Ich bin froh, Ihnen mitteilen zu können, dass unsere Ärzte und die WHO der Cholera Einhalt geboten haben“, erklärte Mugabe im Staatsfernsehen. Rücktrittsforderungen westlicher Staats- und Regierungschefs wischte er damit von Tisch. „Herr Brown, Herr Sarkozy und Herr Bush wollen eine militärische Intervention. Jetzt gibt es keine Cholera mehr – und deshalb auch keine Notwendigkeit für einen Krieg“, so Mugabe weiter.
Nur kurz darauf teilte die WHO mit, dass die Opferzahl der Epidemie über Nacht auf 783 gestiegen ist, 16000 Menschen sind infiziert. Für die kommenden Wochen wird sogar noch Schlimmeres befürchtet: Die WHO bis zu 60000 Infizierte, auch weil das Gesundheitssystem in Simbabwe völlig zusammengebrochen ist.
Angesichts der sich immer schneller ausbreitenden Cholera ist in Südafrika gestern die Vhembe-Region in der Limpopo-Provinz zum Notstandgebiet erklärt worden. Besonders über den simbabwischen Grenzort Beitbridge und die Stadt Musina haben zahlreiche fliehende Simbabwer die Cholera nach Südafrika getragen. Dort wurden offiziell bislang fast 700 Fälle gemeldet, zehn Menschen starben. Durch den Notstand soll jetzt schnellere Hilfe möglich werden.