Air Namibia will 27 Mio. Dollar pro Jahr einsparen – Sicherheit oberste Priorität
Air Namibia entdeckt den grünen Daumen: Die staatliche Fluggesellschaft ist derzeit dabei, ein Programm umzusetzen, das nicht nur der Umwelt, sondern auch der eigenen Kasse helfen soll.
Windhoek - Durch mehr Effizienz beim Kerosinverbrauch, aber auch in anderen Bereichen werde man nach vollständiger Umsetzung des Projekts pro Jahr 27 Millionen N$ einsparen können, erklärte Air-Namibia-Geschäftsführer Kosmas Egumbo jetzt im AZ-Gespräch. Neben den wirtschaftlichen Einsparungen zeige man dadurch auch Umweltbewusstsein, da der CO2-Ausstoß, zu dem der Flugverkehr weltweit ohnehin nur mit zwei Prozent beitrage, noch weiter verringert werde.
Um dies zu erreichen, setze man jetzt auf Benzineinsparungen bei Start und Landung, beim Rangieren auf dem Rollfeld, bei Beschleunigung, Bremsen und Höchstgeschwindigkeiten. Auch die Wetterbedingungen würden genauer kontrolliert und der Flug entsprechende angepasst. Aber auch kleinere Bereiche seien vom Effizienzprogramm betroffen, erklärte Egumbo: „Die Triebwerke werden öfter gereinigt, um den Verschleiß in Grenzen zu halten, die Seitenzahl des Flugmagazins Flamingo ist auf dem Prüfstand, und wir versuchen, das Gewicht des Fliegers möglichst gering zu halten – zum einen durch eine strikte Einhaltung des zulässigen Fluggepäcks, zum anderen aber auch, indem wir zum Beispiel nicht mehr Wasser als notwendig für Toiletten mitnehmen.“
Nach der schwarzen Woche für die Fluggesellschaft mit mehreren deftigen Verspätungen auf den Routen Frankfurt – Windhoek und London – Windhoek betonte Kosmas Egumbo nochmals, dass Sicherheit immer oberste Priorität genieße. Mit einer nicht vollständig intakten Maschine werde nicht geflogen, betonte der Geschäftsführer und fügte angesichts der Beschwerden von wartenden Fluggästen in Frankfurt schmunzelnd hinzu: „Ich bin mir sicher, dass die allzeit vernünftigen Deutschen das auch verstehen werden.“ Ein Finanzloch werden die Probleme mit den Maschinen des Typs Airbus A340 nicht in die Air-Namibia-Kassen reißen, so Egumbo: „Für den Falle eines Vogelschlags, wie am Montag in Windhoek geschehen, sind wir versichert. Eine Triebwerk-Reparatur würde uns eigentlich rund drei Millionen US-Dollar kosten, allerdings verhandeln wir gerade mit Lufthansa über die Übernahme der Kosten. Denen ist der Vorfall extrem peinlich.“ Lufthansa wartet die Maschinen in Frankfurt und hatte nach dem wegen eines Triebwerkproblems ausgefallenen Flug von Frankfurt nach Windhoek am Dienstagabend die Reparatur vorgenommen. „Das Problem am Donnerstagabend, als wir nach dem Start in Frankfurt umkehren mussten, trat an genau diesem Triebwerk auf. Jetzt hat Lufthansa natürlich Angst um den eigenen Ruf.“
Die Passagiere von Air Namibia waren in Hotels untergebracht und, wenn auch verspätet, mit dem zweiten, umgehend aus London eingeflogenen Airbus schließlich nach Windhoek gebracht worden. Allerdings hatte sich der Flugplan erst am vergangenen Sonntag wieder normalisiert.