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Regen in Namibia

 

Vom 24.03.2009

Mit Fußball und Angola zum Erfolg

Die weltweite Wirtschaftskrise hat auch die staatliche Fluggesellschaft Air Namibia nicht verschont. Rückläufige Passagierzahlen und Umsätze sollen jetzt durch eine bessere Positionierung am Markt aufgefangen werden. Dafür will das Unternehmen neue Wege gehen.

Die Fußball-Weltmeisterschaft im kommenden Jahr in Südafrika wirft ihre Schatten auch bis nach Windhoek, hinein in das Büro von Air-Namibia-Geschäftsführer Kosmas Egumbo. „Ja, wir werden Spezialpakete vor allem für Reisende aus Europa anbieten“, bestätigte er kürzlich im AZ-Gespräch. Man verhandele derzeit mit möglichen Partnern hauptsächlich über Unterkünfte, aber auch über Tickets für die Spiele. Details könne er noch nicht nennen, die Überlegungen schlössen aber die Möglichkeiten ein, den Airbus A340 auf der Route Frankfurt-Windhoek nach Südafrika weiterfliegen zu lassen oder aber direkt Ziele dort anzusteuern.
Wie sich die Kombination Air Namibia und Fußball verträgt, wird die Fluggesellschaft schon kurz vor dem WM prüfen: Auch auf der Afrikameisterschaft in Angola Anfang 2010 liegt ein Fokus der Fluggesellschaft. Auch wenn die Brave Warriors die Qualifikation verpasst haben, hofft Egumbo darauf, dass sich auch namibische Fußballfans für den Event interessieren. Der Zugang zum Land sei gerade für diese einfacher als für alle anderen Fans: Schließlich benötigten Namibier als einzige Nation kein Visum für Angola.

„Frankfurt läuft nicht gut“

Beide Fußballereignisse sind Teil einer Diversifikations-Strategie des Unternehmens, um sich am umkämpften Markt noch besser abzusetzen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt laut Egumbo hier auf Angola, denn keine Route der Fluggesellschaft läuft derzeit besser als Windhoek-Luanda und zurück, sowohl beiden Passagierzahlen als auch beim Frachtaufkommen. Deshalb erwäge man derzeit, entweder die Frequenz der Flüge (bislang drei Mal pro Woche) zu erhöhen oder den Airbus A 340 öfter auf der Route einzusetzen. Bislang fliegt die große Maschine freitags nach Luanda, die übrigen beiden Flugtage wird mit kleineren Flugzeugen vom Typ Boeing 737 abgedeckt. Während diese Route boomt, sieht Egumbo sein Unternehmen auf den Interkontinental-Flügen von und nach Frankfurt bzw. London von der Finanzkrise getroffen. „Frankfurt läuft gerade nicht so gut“, räumt Egumbo ein. „Zwar war der Februar schon wieder besser als der Januar, aber wenn wir uns die Vorausbuchungen für die kommenden acht Monate anschauen, müssen wir einen Rückgang um 12 bis 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum erwarten.“ Der Plan, zwei zusätzliche Tagflüge auf dieser Route zu etablieren, sei deshalb zunächst auf Eis gelegt (AZ berichtete), „zumindest so lange, wie wir noch unter der Finanzkrise leiden. Diese Entscheidung wird aber jährlich neu überdacht.“ Die Problemroute London-Windhoek wertet Egumbo trotz eines 15-prozentigen Rückgangs als zufriedenstellend, die Auslastung liege bei rund 70 Prozent und zudem habe man das Ziel erreicht, auf den Flügen nach Windhoek mindestens 80 Prozent Briten an Bord zu haben – die Zahl liege mittlereile sogar bei 92 Prozent, die meisten Fluggäste hätten derweil auch Namibia als Endziel, während zu Beginn hauptsächlich Umsteiger gen Südafrika oder Angola die Route genutzt hätten. „Das ist richtig aufregend für uns – und auf diesem Markt wollen wir uns noch besser positionieren“, kündigte Egumbo verstärktes Marketing in Großbritannien selber an und versprach gleichzeitig, die Ticketpreise auf allen Routen nicht anzuheben, auch wenn man damit Defizite abfedern könnte. „Namibia und auch wir stehen immerhin für Verlässlichkeit, das soll so bleiben.“

Westafrika als neuer Markt

Die Finanzkrise und die damit verbundenen Herausforderungen lassen Air Namibia aber auch immer weiter über den Tellerrand hinausschauen. Verstärkt will die Fluggesellschaft ihre Maschinen für Charterflüge vor allem in oder nach Westafrika zur Verfügung stellen. „Bereits im vergangenen Jahr hatten wir zwölf solcher Charterflüge, zum Beispiel Accra – London – Accra“, so Egumbo zu dem lukrativen Geschäft. „Solche Einsätze sind doch weitaus besser, als dass eine Maschine nicht ausgelastet ist oder gar am Boden bleibt.“
Auch für die Fluggäste will Air Namibia einiges erleichtern. Das Online-Buchungssystem habe sich laut Egumbo „super bewährt“, jetzt plane man auch die Einführung des so genannten Self-Check-Ins am Computer und setze gerade die elektronische Überwachung des Weges von Gepäckstücken und Fracht um. „Auch wir müssen schließlich mit der Zeit gehen“, so Egumbo abschließend.

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