Simbabwe: Amnesty schlägt Alarm – Ndlovu: Westen Schuld an Cholera
Windhoek/Harare - Während die Opferzahl der Cholera in Simbabwe weiter unaufhaltsam steigt, haben gestern führende Menschenrechtsgruppen Alarm geschlagen. Amnesty International, Human Rights Watch und das Open Society Institute prangerten eine „noch nie da gewesene Serie von Entführungen von Menschenrechtsaktivisten” an. Mindestens vier seien in der vergangenen Woche entführt worden und seitdem spurlos verschwunden. Die oppositionelle MDC erklärte zudem, auch von 16 ihrer Anhänger fehle seit vergangenem Monat jegliche Spur. Darunter sei auch eine ehemalige Assistentin von Parteichef Morgan Tsvangirai.
Die Direktorin des Zimbabwe-Peace-Projekts, Jestina Mukoko, war in der vergangenen Woche von 15 bewaffneten Männern aus ihrem Haus in Harare verschleppt worden. Zwei Tage darauf folgte der Bruder einer Anwältin, die den Mukoko-Fall bearbeitet, sowie später zwei ihrer Kolleginnen. In den Augen von Amnesty International steht die Regierung hinter den Entführungen. „Das zeigt die Dreistigkeit eines Regimes, das unbedingt an der Macht bleiben will; koste es, was es wolle“, so Amnesty-Generalsekretärin Irene Khan. „Wir brauchen jetzt Druck von Außen auf Mugabe, vor allem aus Afrika.“
Nach Angaben der Vereinten Nationen stieg die Zahl der Cholera-Opfer bis gestern auf 746, über 15500 Menschen sind infiziert. Trotzdem behauptete Mugabes Informationsminister Sikhanyiso Ndlovu jetzt: „Die Cholera ist unter Kontrolle.” Schuld an der Epidemie trägt laut Ndlovu der Westen: „Zuerst haben sie uns mit Sanktionen erdrückt und erwürgt, dann unser Land mit Cholera und Milzbrand vergiftet – und alles nur, um eine militärische Intervention zu ermöglichen.