Vom 13.10.2008 Mbeki im EinsatzHeute Gespräche – Mugabe reißt Ressorts an sich
Windhoek/Harare – Es könnte seine letzte große Mission werden: Südafrikas abgesetzter Präsident Thabo Mbeki reist heute nach Harare, um die völlig festgefahrenen Gespräche über die Verteilung der Kabinettsposten wieder in Gang zu bringen. Geplant sind nach Angaben von Mbekis Sprecher Treffen mit Präsident Robert Mugabe sowie den MDC-Spitzen Morgan Tsvangirai und Arthur Mutambara.
Zuvor hatte sich MDC-Sprecher Nelson Chamisa flehentlich an Mbeki gewandt: „Bitte helfen Sie Simbabwe. Wir brauchen Sie – und wir brauchen die SADC.“
Am Samstag war ein Sturm der Entrüstung losgebrochen, als Präsident Mugabe verkünden ließ, er habe seiner ZANU (PF) auf eigene Faust bereits 14 Ministerien, darunter die Schlüsselressorts Inneres, Verteidigung und Justiz zugesprochen, was ihm die Kontrolle des gefürchteten staatlichen Sicherheitsapparats garantieren würde.
„Das versetzt unseren Verhandlungen den Todesstoß“, so Chamisa. „Es ist arrogant und völlig inakzeptabel.“ Auch aus der MDC-Splitterfraktion von Mutambara kam scharfe Kritik: „Wir haben uns auf nichts geeinigt. Dieser Vorstoß ist reine Halluzination von der ZANU (PF)“, so ein Sprecher.
Derweil hoffen vor allem die gebeutelten weißen Farmer auf eine schnelle Lösung. „Wenn nicht binnen zwei Monaten etwas passiert, steht unsere Landwirtschaft vor dem Zusammenbruch“, betonte der Vize-Präsident des kommerziellen Farmerverbands CFU, Deon Theron, im AZ-Gespräch.
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