Windhoek/Harare – Während in Simbabwe trotz des SADC-Sondergipfels noch völlige Unklarheit über die politische Zukunft des Landes herrscht, breitet sich die Cholera ungebremst aus. Die Opferzahl übersprang jetzt erstmals die Marke von 3000: Laut Weltgesundheitsorganisation starben 3028 Menschen, mehr als 57000 sind infiziert. Es handele sich um die weltweit schlimmste Cholera-Epidemie seit 14 Jahren. Allein in den vergangenen zwei Wochen seien über 1000 Menschen gestorben.
Derweil erweist sich das als Durchbruch angepriesene Ergebnis des SADC-Gipfels von Montag immer mehr als Flop. Der Staatenbund hatte einen Zeitplan für die Einsetzung einer Koalitionsregierung zwischen der ZANU (PF) von Robert Mugabe und der MDC unter Morgan Tsvangirai vorgegeben. Der MDC-Chef erklärte allerdings jetzt, dass sich die Unterhändler beider Seiten heute erneut in Harare treffen wollten, um ungeklärte Punkte des Machtteilungsabkommens – beispielsweise die Verteilung der Schlüsselministerien - zu diskutieren. Erst dann könne eine Regierung gebildet werden. Der nur gut zwei Wochen umfassende Zeitplan der SADC könne sich deshalb verzögern.