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Vom 13.02.2009

Kabinett mit vielen Fragezeichen

Simbabwe: Regierung wird vereidigt – Mugabes Minister aber noch nicht bekannt

Harare – Zwei Tage nach der gefeierten Vereidigung von Morgan Tsvangirai zum neuen Premierminister Simbabwes wird heute in Harare auch das Kabinett der Einheitsregierung eingeschworen. Eigens dafür reisen Südafrikas Präsident Kgalema Motlanthe, gleichzeitig amtierender SADC-Vorsitzender, und sein Vorgänger Thabo Mbeki, der zwischen den zerstrittenen simbabwischen Parteien vermittelt hatte, nach Harare.

Allerdings stand bis Redaktionsschluss nicht fest, wer die 15 Ressorts der ZANU (PF) von Präsident Robert Mugabe besetzen wird. Die MDC-Fraktion von Tsvangirai hat ihre Ministerliste bereits vorgelegt, gemeinsam mit der Splittergruppe wird sie 16 Ministerien leiten, das Innenministerium teilen sich beide Parteien. Mit Eddie Cross besetzt für die MDC ein Weißer das Ministerium für Staats- und halbstaatliche Betriebe. Der 68-Jährige Ökonom ist Gründungsmitglied der MDC.

Derweil gab es kurz vor der Bestätigung des Kabinetts am Mittwochabend noch Aufruhr um den zukünftigen Vizelandwirtschaftsminister Roy Bennett. Zu einer Feier anlässlich der Vereidigung Tsvangirais konnte er nicht mehr erscheinen, nachdem Haftbefehl gegen ihn erlassen worden war. Schon am Vorabend hatte ihn lediglich das Eingreifen des deutschen Botschafters in Harare, Dr. Albrecht Conze, vorm Zugriff des Geheimdienstes gerettet. Nach AZ-Informationen befindet sich Bennett jetzt in Sicherheit; ob der Haftbefehl gegen ihn auch als Vizeminister aufrechterhalten wird, war zunächst unklar.

In Harare war gestern nur einen Tag nach der von tausenden Anhängern frenetisch gefeierten Vereidigung von Tsvangirai nur noch wenig von den Geschehnissen des „historischen Tages” zu sehen. Eine kurze AZ-Umfrage in Geschäften zeigte aber auch hier die Hoffnung, dass jetzt die teils immer noch gähnend leeren Regale schneller gefüllt werden.

Überraschend begeistert berichtete gestern die Staatszeitung „The Herald“ vom Amtsantritt Tsvangirais, wenn dabei auch die große Feier im Glamis-Stadion kaum erwähnt wurde. „Guter Wille und Optimismus kommen im Staatshaus an”, schreibt die ansonsten völlig gegen die MDC ausgerichtete Zeitung, die allerdings einräumt: „Die eigentlich Arbeit wird jetzt erst beginnen.”

Derweil geht die Hetzjagd gegen weiße Farmer in Simbabwe weiter. Dies haben Landwirte gestern dem kommerziellen Farmerverband (CFU) berichtet.

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