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Jacob Zuma: Vom Populisten zum Präsidenten?

2009 könnte "sein" Jahr werden: Immerhin wird Jacob Zuma vermutlich zum nächsten Präsidenten Südafrikas gewählt. Kein Politiker polarisiert am Kap mehr als er: Während seine Fürsprecher ihn als offen, lernfähig und guten Zuhörer beschreiben, kritisieren ihn seine Gegner als Volkstribunen mit unausgegorenen Ideen. Nicht wenige fürchten unter seiner Führung eine populistische Politik der Umverteilung.
Entsprechend groß ist die Sorge um die ökonomische Stabilität des Landes. Auch gibt es Bedenken, was Zumas Führungsqualitäten betrifft. Intellektuelle mokieren sich gerne über seine Unwissenheit und fragen, wie ein wirtschaftlicher Analphabet den einzigen Industriestaat Afrikas regieren soll. Und schließlich steht der mit fünf Frauen verheiratete afrikanische Traditionalist auch noch unter dem Verdacht, in einen Bestechungsskandal verwickelt zu sein.
Bei aller begründeten Sorge wird leicht vergessen, dass es Zuma war, der sich dem totalem Machtanspruch des vor gut drei Monaten gestürzten Präsidenten Thabo Mbeki entgegenstellte und damit die jahrelange Grabesstille im regierenden ANC brach. Niemand hatte es dort gewagt, Mbekis immer diktatorischen Tendenzen oder seine verrückten Ansichten zu Aids zu hinterfragen.
Zuma selbst gehört zur alten Riege der Widerstandskämpfer und war, ebenso wie Mandela, jahrelang auf der Sträflingsinsel Robben Island inhaftiert. Geboren wurde der Sohn einer Hausangestellten und eines (früh verstorbenen) Polizisten 1942 in einem kleinen Dorf in Zululand, wo er in ärmlichen Verhältnissen aufwuchs und kaum zur Schule ging, Was er weiß, hat er sich selber beigebracht.
Seine im Widerstandskampf errungenen Referenzen sind tadellos: Bereits mit 17 schloss sich Zuma dem bewaffneten Flügel des ANC an und wurde schließlich Chef seines Geheimdienstes. 1999 berief ihn Mbeki zu Südafrikas Vizepräsidenten - jenen Posten, aus dem er ihn 2005 feuerte. Ende 2007 feierte Zuma schließlich ein grandioses Comeback, als er Mbeki im Kampf um den Posten des ANC-Präsidenten deutlich schlug.
Zuma wäre gewiss nicht der erste Führer, der ähnlich wie Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula am Ende aus purem Pragmatismus eine konservative Wirtschaftspolitik betreibt. Für die notwendige Disziplinierung dürften schon die Finanzmärkte sorgen, mit denen Südafrika inzwischen eng verflochten ist (und deren Kapital das Land für sein Wachstum braucht). Ein Politiker vom Typ Chavez ist Zuma jedenfalls nicht.
Schließlich könnte sich die enorme Skepsis gegenüber Zuma als Bonus erweisen: Denn genau sie dürfte gewährleisten, dass der 66-Jährige im Gegensatz zu Mbeki von Beginn an im In- und Ausland unter strikter Beobachtung steht.

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09-Jan-2009-08:01

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