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Vom 10.10.2008

Inflationsrate explodiert

Windhoek/Harare – Während die Politik in Simbabwe zum Stillstand gekommen ist, findet die Wirtschaftskrise kein Ende: Die Inflationsrate des Landes – ohnehin die höchste der Welt – ist auf unvorstellbare 231 Millionen Prozent gestiegen. Das berichtet die Staatszeitung The Herald unter Berufung auf das zentrale Statistikbüro, das jetzt die Zahlen für den Monat Juli veröffentlich hatte. Im Juni waren die Statistiker noch von einer Jahresinflation von 11,2 Millionen Prozent ausgegangen, jetzt liegt der Wert bereits über zwanzig Mal höher. Im Monatsvergleich mit Juni seien die Preise im Juli um 2600 Prozentpunkte gestiegen. Vor allem die explodierenden Brot- und Getreidepreise seien für den extremen Sprung verantwortlich, heißt es im Herald weiter. In der Praxis heißt dies, dass für eine Ware, die zu Beginn des Jahres einen Simbabwe-Dollar gekostet hat, nun 231 Millionen Dollar fällig sind.
Analysten vermuten allerdings, dass die Inflation in der Realität noch viel höher liegt, weil sich der Simbabwe-Dollar im freien Fall befindet und ausländische Devisen knapp sind. Auf dem Schwarzmarkt kostet ein US-Dollar mittlerweile 8000 Simbabwe-Dollar – eine Währung, deren Nennwert einst dem britischen Pfund entsprach.
Die Leidtragenden sind die Bürger, von denen 80 Prozent arbeitslos und kaum noch in der Lage sind, Grundnahrungsmittel zu kaufen. Die Vereinten Nationen befürchten, dass bis Jahresende fünf Millionen Menschen – und damit nahezu die Hälfte der im Land lebenden Simbabwer – dringend Nahrungsmittelhilfe brauchen.
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