Windhoek/Harare – Vor einem für kommenden Montag geplanten neuerlichen SADC-Gipfel zum Thema Simbabwe haben Beobachter kaum Hoffnungen auf Erfolg. „So lange die SADC ihre Herangehensweise und Einstellung nicht ändern, ist die Wahrscheinlichkeit eines Fortschritts sehr gering“, so Laurence Caromba vom Zentrum für Internationale Politikwissenschaften in Pretoria. „Keine der beiden Seiten hat irgendeinen Grund nachzugeben. Der von der SADC unterbreitete Vorschlag bietet der MDC so wenig, dass ihre Zustimmung selbstmörderisch wäre. Und Robert Mugabe muss nicht befürchten, von irgendwem zur Aufgabe von Macht gezwungen zu werden.“ MDC-Chef Morgan Tsvangirai hatte bei einem Treffen der zerstrittenen Parteien am Montag, das eigentlich als entscheidendes und letztes galt, die Zustimmung verweigert, weil er – auch angesichts des Wahlsiegs im März 2008 - für seine Partei mehr Schlüsselministerien, darunter die für die berüchtigte Polizei zuständige Innenbehörde, fordert. Nachdem zwölfstündige Verhandlungen keine Einigung über die bereits Mitte September vereinbarte Machtteilung zwischen ZANU (PF) und MDC gebracht hatten, war ein neuerlicher SADC-Gipfel angesetzt worden.
Dieser wäre bereits der siebte seiner Art zum Thema Simbabwe. Bislang hat keines der Treffen Ergebnisse gebracht. Das Problem, so glaubt Tanana Mpanyane vom südafrikanischen Institut für Sicherheitsstudien, ist die Zerissenheit im Staatenbund. Einigen Nationen fehle es am politischen Willen, Mugabe zu einer Einigung zu zwingen, andere stünden einfach nur aus Treue zum einstigen Idol des südlichen Afrika hinter dem 84-Jährigen. Bei den vorherigen Gipfeltreffen hätten zudem nicht alle Staats- und Regierungschefs teilgenommen: „Es scheint, als seien nicht alle an einer Lösung interessiert. Vor allem bislang Mugabe-loyale Staaten wie Angola, Namibia und die Demokratische Republik Kongo stünden beim Treffen am Montag in der Pflicht, so Mpanyane.
Auch Mduduzi Khumalo vom Afrika-Institut fordert mehr Druck der SADC-Mitglieder auf Mugabe. Andernfalls komme es wahrscheinlich irgendwann zu einer Kompromisslösung, die allerdings Mugabe im Amt halten werde, so Khumalo.