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Regen in Namibia

 

Vom 23.04.2009

Großsanierung angesagt

Richard Kamwi will die vier größten Krankenhäuser sowie Kliniken renovieren

Im zweitgrößten Haushaltsvoranschlag unter den Ressorts für das Geschäftsjahr 2009/10 hat Gesundheitsminister Dr. Richard Kamwi 332,7 Mio. N$ für die Sanierung von Krankenhäusern, Kliniken und Gesundheitszentren angesagt. Er motivierte seinen Posten gestern in der Nationalversammlung.

Windhoek – Für die vier größten staatlichen Krankenhäuser in Katutura, Windhoek Zentral, Oshakati und Rundu fordert Kamwi zur Renovierung allein 127,5 Mio. N$, derweil für die äußerliche Sanierung von Kliniken und Gesundheitszentren 205,2 Mio. N$ verwendet werden. Die staatlichen Krankenhäuser sind während der letzten zwei Jahre in die schlechte Presse geraten.
Der veranschlagte Gesamtposten für Gesundheit beläuft sich auf 2,4 Milliarden N$. Kamwi meldete in seiner Übersicht, dass das Gesundheitsministerium im Oktober letzten Jahres das Kooperations-Abkommen mit drei Kirchen (ELCIN/Lutheraner, der Katholischen und der Anglikanischen Kirche) erneuert hat, wodurch deren Krankenhäuser eng in das nationale Gesundheitswesen eingebunden bleiben. Es handelt sich um die Krankenhäuser von Onandjokwe bei Oniipa, Oshikuku, Andara, Nankudu und das Gesundheitszentrum von Odibo. Das Onandjokwe-Krankenhaus, das aus der finnischen Mission hervorgegangen ist, erhält eine spezielle Zuwendung, weil es den Status eines Bezirkshospitals erhalten hat.
Der Minister meldet, dass sein Ressort auf den möglichen Ausbruch verschleppter Krankheiten vorbereitet bleiben müsse, die mit Ansteckungsgefahr aus den überfluteten Katastrophengebieten des Nordens stammen können: Cholera, Typhus, Malaria und das „wilde“ Polio-Virus. Nach dem Ausbruch von Kinderlähmung vor zwei Jahren hat das Ministerium diese Krankheit durch Immunisierung und Kontrolle so weit zurückgedrängt, dass die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Namibia erneut sein voriges Attribut „Polio-frei“ verliehen habe, erklärte Kamwi.
Der Minister beschrieb seinen Haushaltsvoranschlag im Rahmen der mittelfristigen Planung für die Jahre 2009 - 2013, die er am 29. April öffentlich im Detail vorstellen möchte. Der Ausbildung von Ärzten und medizinischen Fachkräften misst er dabei einen hohen Stellenwert bei. Ende 2008 haben sich 375 Krankenpfleger und verwandtes Gesundheitspersonal in den Ausbildungszentren des Ministeriums qualifiziert. Das schließt neben Krankenpflegern Hebammen, assistierende Apotheker und medizinische Laboranten ein. Zusätzlich haben 151voll ausgebildete Krankenpfleger an der Universität von Namibia ihre Prüfung bestanden. Kamwi meldet ferner 16 Jungärzte, die jetzt ihren ersten Dienst am Windhoeker Zentralkrankenhaus angetreten haben.
Der Minister musste auch auf die HIV/Aids-Bekämpfung eingehen. Bis Ende Dezember 2008 hätten 59341 Namibier die antiretrovirale Arznei chronisch verabreicht bekommen, darunter 7387 Kinder. „Diese Ziffer übertrifft das Planziel der UNO für Namibia“, sagte er stolz. Das Ministerium habe im vergangenen Jahr noch mehr Schnell-Test-Verfahren zur Diagnose von Aids-Fällen eingerichtet.
Kamwi musste einräumen, dass Namibia im Krankheitsbild der Tuberkulosen-Frequenz nach wie vor nicht gut dasteht. Nach Swasiland steht Namibia bei der TB-Verbreitung weltweit an zweiter Stelle. Als Erfolg konnte er jedoch den weiteren Ausbau der Station für Herzchirurgie und verwandter Behandlung in Windhoek melden. Zwölf registrierte Krankenschwestern sowie andere Spezialkräfte aus Namibia haben sich bei der bekannten kardiologischen Abteilung des Kapstädter Krankenhauses Groote Schuur qualifiziert, so dass mehr Patienten in Windhoek behandelt werden können, ohne den aufwendigen Behandlungsbesuch ins Kapland antreten zu müssen.

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