Simbabwe: Offenbar Spitzentreffen in Südafrika – Biti darf ausreisen
Windhoek/Harare – Nach wochenlangem Stillstand und eskalierender Gewalt in Simbabwe stehen jetzt offenbar Gespräche zwischen Regierung und Opposition über eine Lösung der politischen Krise im Land unmittelbar bevor. Die MDC dementierte dies gestern Nachmittag noch, allerdings lockerte ein Gericht in Harare gestern die Kautionsbedingungen für den Chefunterhändler und Nummer Zwei der Partei, Generalsekretär Tendai Biti, der sich wegen Hochverrats verantworten muss. Bitis Anwälte erreichten, dass ihrem Mandanten von gestern an bis zum kommenden Dienstag der Reisepass zurückgegeben wird. Als Begründung hatten die Juristen angeführt, er müsse noch in dieser Woche zu Verhandlungen in Südafrika reisen. Die Regierungspartei ZANU (PF) von Präsident Robert Mugabe hatte bereits seit Tagen solche Gespräche angekündigt, war aber gestern ebenso wenig zur Stellungnahme erreichbar wie der Sprecher von Südafrikas Präsidenten Thabo Mbeki, der als von der SADC bestimmter Vermittler das Treffen leiten soll.
Derweil zeigte sich einer von Mugabes größten Feindbildern, der britische Premierminister Gordon Brown zuversichtlich, dass der Weltsicherheitsrat Sanktionen gegen Simbabwe zustimmen werde. Nach Abschluss des G8-Gipfels in Japan sagte Brown, alle Führer der G8-Staaten hätten seinen Ruf nach Sanktionen unterstützt. Es herrsche Empörung über die Zwischenfälle in Simbabwe und das Regime von Mugabe. Zunächst hatten sich Italien und Russland gegen Sanktionen ausgesprochen.
Das Mugabe-Regime floh sich derweil wieder in Altbekanntes, nannte die G8-Staaten einen privaten Club, für den es keine Rechtsgrundlage gebe und warf der Gruppe „internationalen Rassismus“ vor.