Windhoek/Pretoria/Harare – Was zunächst nach einem Erfolg aussah, wurde im Verlauf des gestrigen Tages zum Drama: Nach 14 Stunden Verhandlungen meldeten die SADC nach ihrem Simbabwe-Sondergipfel in Pretoria, die zerstrittenen Parteien hätten sich auf eine Machtteilung für den Krisenstaat geeinigt. Wenig später dementierte die MDC dies, Informationsminister Bright Matonga erklärte daraufhin sämtliche Gespräche für beendet, Mugabe werde jetzt eigenmächtig das Kabinett zusammenstellen. Südafrikas Präsident Kgalema Motlanthe hatte am Morgen verkündet, Mugabe sowie die MDC-Vertreter Morgan Tsvangirai und Arthur Mutambara hätten zugestimmt, dass am 5. Februar die Verfassung hinsichtlich der Einrichtung des Premierministerposten geändert, Tsvangirai am 11. Februar in dieses Amt eingeschworen und die Regierung zwei Tage später stehen solle. Zudem werde die Macht über das heiß umstrittene Innenministerium zumindest für sechs Monate lang an MDC und ZANU (PF) gemeinsam übertragen, dann solle die Verteilung der Ministerien neu geprüft werden.
Nqobizitha Mlilo, ein Sprecher der MDC, dementierte, dass seine Partei diesen Vorschlag akzeptiert habe. „Wie können wir einer Einheitsregierung zustimmen, wenn noch immer Schlüsselfragen ungeklärt sind?“, so Mlilo, der Motlanthes Stellungnahme als „irreführend“ bezeichnete. Die Parteispitze werde sich am Freitag treffen und über die nächsten Schritte beraten. Informationsminister Matonga erklärte im Rundfunk, die Gespräche mit der MDC seien dank deren „Mätzchen“ beendet, Mugabe werde nun alleine ein Kabinett bilden
Im Prinzip haben die SADC-Staaten Tsvangirai einen Vorschlag aufgezwungen, der bislang vom Oppositionschef strikt abgelehnt worden war. Mugabe hatte bereits im Vorfeld eine eigenmächtige Kabinettsbildung angedroht, sollte der Gipfel in Pretoria scheitern.