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18.04.2014, Windhoek

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Einreiseverbot für Dalai Lama

Südafrika verweigert geistlichem Oberhaupt der Tibeter Visum - Beobachter: Angst um Beziehungen zu China

Kapstadt/Pretoria - Das geistliche Oberhaupt der Tibeter wollte am Freitag gemeinsam mit anderen Friedensnobelpreisträgern an einer von der südafrikanischen Fußballliga PSL organisierten Konferenz teilnehmen. Dabei sollte mit Blick auf die Fußball-WM in Südafrika im nächsten Jahr auch über den Beitrag des Sports zur Völkerverständigung und zur Überwindung des Rassismus diskutiert werden. Inzwischen hat das Büro des Dalai Lama bestätigt, dass dieser nun nicht mehr nach Südafrika kommen werde.
Ein Sprecher von Südafrikas Präsident Kgalema Motlanthe rechtfertigte das Einreiseverbot gestern damit, dass gegenwärtig "nicht der richtige Zeitpunkt für einen solchen Besuch" sei. Offenbar möchte Südafrika seine sehr engen Beziehungen zu China nicht gefährden. Ein Mitglied der Regierung am Kap bestätigte dies gestern auch gegenüber der Wirtschaftszeitung "Business Day". Südafrika werde nichts unternehmen, was seine guten Beziehungen zu Peking unterminiere. Die Kaprepublik ist der mit Abstand wichtigste Partner der Chinesen in Afrika und für etwa 20% deren Handels mit dem schwarzen Kontinent verantwortlich.
In der Zivilgesellschaft stieß das Einreiseverbot auf Empörung. Der Kapstädter Erzbischof und Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu erklärte, dass er über das Einreiseverbot bestürzt sei. Er selbst werde unter den Umständen nicht an der Konferenz teilnahmen. Der Kirchenführer verurteilte das Verhalten des Afrikanischen Nationalkongress (ANC) als "schändlich". Allerdings stehe es in Einklang mit Südafrikas verheerendem Auftritt im UN-Sicherheitsrat im letzten Jahr, sagte Tutu. Die Kaprepublik hatte damals mehrfach die Verurteilung von Unrechtregimen in Sudan, Simbabwe, Iran oder Burma verhindert und war stattdessen immer wieder hinter China eingeschwenkt. "Wir beugen uns schamlos dem Druck der Chinesen. Ich bin bestürzt und schäme mich für mein Land" zürnte Tutu gestern in Kalifornien, wo er sich gerade aufhält.
Neben Tutu haben auch der frühere südafrikanische Präsident und Friedensnobelpreisträger Frederik Willem De Klerk und eine Reihe anderer geladener Preisträger erklärt, ihre Konferenzteilnahme unter den Umständen zu überdenken. Auch die südafrikanische Fußballliga PSL, die die Einladungen ausgesprochen hatte, zeigte sich verblüfft. "Es gab für die PSL keinen Grund, die Regierung im Voraus über die Einladungen zu informieren wie diese nun geltend macht. Wir haben nichts mit Politik am Hut", sagte PSL-Chef Kjetil Siem.
Die Lage in Tibet ist derzeit angespannt. Am 10. März hatte sich die Niederschlagung des tibetischen Aufstands zum 50. Mal gejährt, in dessen Folge der Dalai Lama damals ins indische Exil geflohen war. Erst am Sonntag war es in China zu Auseinandersetzungen zwischen Tibetern und chinesischen Sicherheitskräften gekommen. Nach einem Angriff auf eine Polizeiwache in einem von vielen Tibetern bewohnten Gebiet im Nordwesten des Landes nahm die chinesische Polizei fast hundert tibetische Mönche fest. Wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete, wurden bei den Ausschreitungen mehrere Menschen leicht verletzt.

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24-Mar-2009-08:02

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