Na dann mal Prost, Herr Mugabe! Auf Ihren 85. Geburtstag, den Sie ja morgen im Kreise Ihrer Getreuen pompös feiern werden.
Mein Wunsch an Sie: Sie sollten sich schämen! Dafür, dass Sie sind, wie Sie sind. Dafür, dass Sie vor den Augen ihres darbenden Volkes eine Party veranstalten, die jeglicher Beschreibung trotzt. Gebettelt haben Sie bei Staatsunternehmen, die aus Angst vor Ihrer Mafia wohl fleißig gespendet haben: Bloß kein Maismehl, hieß es, dafür aber Hummer, Champagner, Ferrero Rocher – und zwar in Mengen, die ganze Kompanien verköstigen könnten. Wundert es Sie, wenn Menschen hoffen, dass Sie an einer Gräte ersticken werden?
Wo ist Ihr Gewissen, Herr Mugabe? Oder haben Sie tatsächlich keines? Im Angesicht der Krise so dekadent aufzufahren, ist dreist. Es zeigt, dass Sie das Auge für das Volk verloren haben. Oder aber es einfach nur achtlos schließen wollen.
Sie werden sich nicht mehr ändern. Daran wird auch eine angebliche Machtteilung mit der MDC nichts ändern, die Sie sowieso nicht einmal peripher interessiert. Viel Macht haben Sie ja auch nicht geteilt, die von der SADC erzwungene Einigung war Ihren Ansprüchen ja auf den Leib geschneidert.
Jetzt sind Sie noch immer Präsident. Auch hier haben Sie ja in alter Manier Ihre Augen verschlossen vor dem Willen des Volkes, das sie loswerden wollte.
Und Sie machen genau da weiter, wo Sie eigentlich hätten aufhören sollen: Die Enteignungen weißer Farmer werden noch intensiver durchgedrückt. Oppositionelle werden inhaftiert und gefoltert. Prominentestes Beispiel ist Roy Bennett. Ihr Vize-Landwirtschaftsminister in spe. Sie haben ihn akzeptiert, als er von Premierminister Morgan Tsvangirai vorgeschlagen wurde. Und dann lassen Sie ihn unter fadenscheinigen Vorwürfen in Mafia-Manier verschleppen, als politische Geisel, der ihrem Lager eine Amnestie bescheren soll. Damit haben Sie der Einheitsregierung, die Sie nie wollten, praktisch schon den Todesstoß versetzt. War das, was Sie wollten?
Und jetzt werden Sie 85. Fast dreimal so alt wie der Durchschnittssimbabwer. Wahrscheinlich ist Ihnen auch das egal. Ich habe gehört, Sie könnten morgen abtreten. Eine Zuflucht im fernen Hongkong haben Sie ja schon gefunden, weit weg von möglicher strafrechtlicher Verfolgung. Ist es also vielleicht Ihr letzter Geburtstag in Simbabwe? Vielleicht hätten Sie uns das vorher verraten sollen! Wenn es eine garantierte Abschiedsfeier werden soll, hätte selbst ich noch meine letzten Dollar dafür zusammengekratzt.
Die Protzfeier wird das letzte Band zwischen Ihrem Volk und Ihnen zerschneiden. Es ist der letzte Beweis, dass Sie der falsche Mann an der Staatspitze sind. Dass ein Neuanfang in Simbabwe mit Ihnen, Ihrer Machtbesessenheit und Ihrem Elite-Denken ganz sicher nicht möglich ist. Prost, Herr Mugabe, auf dass Sie bald und schlussendlich gehen!