Simbabwe: Neuer Verhandlungsversuch geplant – Deutschland erhöht Hilfe
Windhoek – Die Hoffnung stirbt offenbar zuletzt: Nach zahlreichen gescheiterten Versuchen und trotz verhärteter Fronten wollen die poltischen Rivalen in Simbabwe offenbar tatsächlich einen weitere Schlichtungsversuch starten. Die Staatszeitung The Herald berichtet, für kommende Woche seien in Südafrika neue Gespräche zwischen Präsident Robert Mugabe, den MDC-Vertretern Morgan Tsvangirai und Arthur Mutambara sowie dem offiziellen Vermittler Thabo Mbeki geplant. Bislang sind seit dem Machtteilungsabkommen vom 15. September jegliche Versuche einer gemeinsamen Kabinettsbildung gescheitert.
Derweil war Tsvangirai gestern in Berlin im Außenministerium zu Gast. Staatssekretär Reinhard Silberberg, der den in Indien weilenden Außenminister Frank-Walter Steinmeier vertrat, sicherte dem MDC-Chef dabei eine Erhöhung der deutschen Entwicklungshilfe für Simbabwe um 500000 Euro zu. In Südafrika hat gestern hingegen das Kabinett beschlossen, eine Finanzspritze von 300 Mio. Rand für die simbabwische Landwirtschaft so lange zurückzuhalten, bis „eine repräsentative Regierung im Amt ist“.
Derweil hat Präsident Mugabe jetzt kurzerhand eine Delegation hochrangiger Ex-Politiker ausgeladen, die am Wochenende nach Simbabwe reisen wollten, um sich selbst ein Bild von der Lage der Bevölkerung zu machen. Kommen wollten unter anderem der frühere US-Präsident Jimmy Carter, Ex-UN-Generalsekretär Kofi Annan und die Ehefrau von Nelson Mandela, dem Gründervater der Gruppe. Das Regierungssprachrohr The Herald bezeichnete sie als „Clique von Persönlichkeiten, die dem Land feindlich" gesinnt seien.