Windhoek/Harare – Die geplante Koalitionsregierung in Simbabwe zwischen ZANU (PF) und MDC steht vor dem Aus. Einen Tag, nachdem MDC-Chef Morgan Tsvangirai einen SADC-Sondergipfel in Harare boykottiert und damit zum Ausfall gebracht hatte, kündigte die Partei an, dass der Politiker eventuell auch dem Nachhol-Gipfel am kommenden Montag in Harare fernbleiben werde. „Wir müssen zunächst entscheiden, ob wir Mugabe noch vertrauen können“, erklärte Parteisprecher Nelson Chamisa gestern. Der Eklat hängt sich an der Weigerung der Regierung auf, Tsvangirai einen seit Monaten beantragten neuen Pass auszustellen. Stattdessen wird der designierte Premierminister stets mit Not-Reisepapieren abgespeist – so auch am Vorabend des Gipfels in Swasiland. Dort sollte eigentlich unter Führung der SADC-Sicherheits-Troika eine Lösung im Streit über die Kabinettsbildung gefunden werden. Die MDC fordert jetzt allerdings ein Treffen aller SADC-Staaten zum Thema – oder Neuwahlen. Diese seien wohl der einzige Weg aus der Krise, hieß es gestern. Ähnliches ließ auch die Regierung aus Botswana verlauten, die zudem als einziger Staat der Region Kritik am Verhalten der Mugabe-Regierung äußerte. Die Verweigerung eines Passes für Tsvangirai sei inakzeptabel und ein Zeichen böser Absicht.