Simbabwe: ZANU (PF) und MDC wollen heute Streitigkeiten ausräumen
Windhoek/Harare – In Simbabwe sollen heute die letzten Streitigkeiten zwischen den zukünftigen Koalitionsparteien ZANU (PF) und MDC ausgeräumt werden und damit der Weg zur Bildung einer Einheitsregierung ebnen. Ein gemeinsames Komitee beider Parteien werde sich treffen, um die ungeklärten Punkte zwischen beiden Parteien aus dem Weg zu räumen, erklärte MDC-Sprecher Nelson Chamisa gestern. Anschließend soll morgen im Parlament die Verfassungsänderung „debattiert, beschlossen und dann umgesetzt“ werden, die den Weg für die am 11. Februar geplante Vereidigung von Morgan Tsvangirai als Premierminister und Arthur Mutambara als Stellvertreter frei macht.
Derweil hat die Europäische Union Forderungen nach einer Aufhebung der Sanktionen gegen rund 200 Personen und 40 Unternehmen aus dem Dunstkreis von Präsident Robert Mugabe zunächst eine Absage erteilt. Man wolle abwarten, wie sich die Lage entwickelt, frühestens bei einem Außenministertreffen Ende Februar könne darüber diskutiert werden, hieß es aus Brüssel.
In Simbabwe dreht sich ungeachtet der politischen Fortschrittedie Abwärtsspirale weiter: Gestern ließ Zentralbankchef Gideon Gono erneut zwölf Nullen des Simbabwe-Dollar streichen und brachte neue Banknoten mit kleinerem Nominalwert auf den Markt. Mit diesem Schritt, von dem es in den vergangenen Monaten bereits mehr als ein halbes Dutzend gegeben hat, wolle man der Hyperinflation begegnen und den totalen Kollaps der Wirtschaft verhindern, so Gono, der gleichzeitig bekannt gab, dass der für Simbabwe so wichtige Goldproduktion im Jahr 2008 um 50 Prozent auf nur noch 3072 Kilogramm gefallen sei. Offizielle Zahlen zur Inflation legte er hingegen nicht vor. Letzter offizieller Stand der Teuerungsrate (Mitte 2008) war 231 Millionen Prozent.