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Vom 14.08.2008

Chaos bei Simbabwe-Verhandlungen

Angeblich Einigung zwischen Mugabe und Mutambara – Erboster Tsvangirai will Bedenkzeit

Windhoek/Harare – Die Verhandlungen um eine Übergangsregierung in Simbabwe drohen ins Chaos abzurutschen. Die Gespräche zwischen Präsident Robert Mugabe und den Oppositionsvertretern Morgan Tsvangirai und Arthur Mutambara wurden gestern in Harare unterbrochen, um die Gründe ranken sich die wildesten Spekulationen. Als offizielle Erklärung wurde bekanntgegeben, dass Tsvangirai noch Zeit benötige, um strittige Punkte zu überdenken und sich zu beraten. Am Vorabend hatte Tsvangirai nach Angaben von Vertretern der Mugabe-Partei ZANU (PF) aufgebracht das Sitzungszimmer verlassen.

Die simbabwische Staatszeitung The Herald vermeldete dann gestern Morgen, Mugabe und Mutambara hätten sich auf ein Abkommen geeinigt, das Tsvangirai ausschließe.

Chef-Vermittler Thabo Mbeki, der gestern aus Harare abreiste, erklärte dann aber, er wisse von keiner Unterzeichnung, sei aber zuversichtlich, dass alle drei Parteien eine Einigung fänden. „Es gibt Uneinigkeit über ein Element des Abkommens, Morgan Tsvangirai möchte dafür mehr Zeit. Wir werden ihm diese geben“, so der südafrikanische Präsident vor seinem Abflug. Am Wochenende soll Mbeki bei einem SADC-Gipfel in Johannesburg von den Fortschritten in der Simbabwe-Krise berichten. Auch Artur Mutambara bestätigte gestern vor der Presse, dass es in allen Punkten bis auf einen Einigkeit gebe. Zu einer angeblichen Unterzeichnung äußerte er sich nicht. Weder Mutambara noch Mbeki machten Angaben darüber, was genau den neuerlichen Zwist bei den seit Sonntag andauernden Gesprächen ausgelöst hatte. Mbeki ließ auch offen, wie lange die Verhandlungen ausgesetzt seien.

The Herald zitierte einen hohen ZANU(PF)-Offiziellen mit den Worten, Mugabe werde eine neue Regierung bilden und schon in Kürze das Parament einberufen.

Es ist tatsächlich nicht unmöglich, dass Simbabwe eine Regierung ohne Tsvangirai, eigentlich Sieger der Wahl vom 29. März, bekommt. Als Zünglein an der Waage könnte sich hier Arthur Mutambara entpuppen. Der ehemalige Studentenführer leitet eine Splittergruppe der MDC, die bei den Parlamentswahlen zehn Mandate errungen und sich zur Koalition mit Tsvangirais Parteiflügel (100 Mandate) entschieden hatte. Sollte Mutambara jetzt aber seine Meinung ändern, könnte seine Fraktion zusammen mit Mugabes ZANU (PF) (99 Mandate) die Mehrheit im Abgeordnetenhaus stellen.
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