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Vom 14.09.2009

Bomben auf Mount Carmel explodiert

Simbabwe: Terror auf Besitz weißer Farmer geht weiter – Haftbefehl wegen illegalen Waffenlagers

Windhoek/Harare – Nur eine Woche, nachdem die Farm Mount Carmel der beiden weißen Simbabwer Ben Freeth und Mike Campbell vermutlich durch Brandstiftung in Schutt und Asche gelegt worden war, sind vergangene Woche zwei Bomben auf dem zerstörten Grundbesitz in Chegutu (rund 110 km südwestlich von Harare) explodiert.
Farmarbeiter hätten die beiden massiven Explosionen gehört, Rauchwolken gesehen und Soldaten in der Nähe der Ruinen des Farmhauses beobachtet, teilte Ben Freeth jetzt aus Südafrika mit. Weder seine Familie noch seine Schwiegereltern Mike und Angela Campbell leben derzeit auf der Farm. Die betagten Campbells waren schon vor einigen Monaten wegen der anhaltenden Übergriffe in ein Mietshaus nach Harare geflüchtet. Freeth lebt seit dem Brand in Chegutu in einem Mietshaus, um seinen drei Kindern auch weiterhin den Schulbesuch zu ermöglichen.
Die Ursache der Explosion ist noch unklar, da auch die 500 Farmarbeiter auf Mount Carmel, einer der größten Zitrusfruchtproduktionen Simbabwes, keinen Zugang zum Gelände haben, das von ZANU-PF-Schergen besetzt ist. Sie unterstellen den Farmern zudem, ein geheimes Waffenlager angelegt zu haben – ein beliebter Vorwurf gegen Regierungsgegner in Simbabwe. Angeblich soll deswegen bereits Haftbefehl gegen Campbell erlassen worden sein.
Mittlerweile wollen die staatlichen Stellen aber die Ursache für das Feuer gefunden haben, das vor knapp zwei Wochen die Wohnhäuser der beiden Familien hinweggerafft hatte. Es soll sich um einen elektrischen Defekt gehandelt haben. Die Polizei weigert sich, weitere Ermittlungen durchzuführen. Für Freeth ist daher klar: Es war Brandstiftung, das Feuer, zunächst ein Veldbrand, sei von den Besetzern systematisch auf die Häuser zugleitet worden. Trotzdem soll Mount Carmel wieder aufgebaut werden, auch wenn die Familien nicht versichert waren und der Schaden in die Millionen geht.
Die beiden Farmer werden seit Jahren belästigt und gewaltsam mit Enteignung bedroht. Im November 2008 hatten sie federführend für 77 weitere weiße Farmer am SADC-Tribunal in Windhoek einen Sieg gegen die Regierung von Robert Mugabe erstritten. Mit dem Urteil war ihre Enteignung ausgesetzt worden, es wird jedoch von der Regierung nicht anerkannt.
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