Windhoek/Harare – Simbabwes designierte Vize-Landwirtschaftsminister Roy Bennett musste sich gestern erneut in Mutare vor Gericht verantworten. Das Verfahren um die Anklagepunkte Verschwörung sowie Waffenbesitz zur Durchführung eines terroristischen und Sabotage-Akts wurde allerdings umgehend auf den 21. April vertagt, teilte die MDC gestern mit. „Dieser lange Aufschub des Prozesses ist ein Versuch, Roy Bennett psychologisch zu zerstören und ihn zu bremsen“, kommentierte MDC-Sprecher Nqobizitha Mlilo die Entscheidung des Magistratsrichters. „Es gebt weder eine juristische Basis für die Vorwürfe gegen Roy Bennet oder die Anklagepunkte gegen die übrigen politische Häftlinge. Es wird höchste Zeit, dass unsere Koalitionsregierung zur Rechtsstaatlichkeit zurückkehrt.“ Die Vorwürfe gegen Anklagepunkte gehen zurück auf einen angeblichen geplanten Putsch gegen Präsident Robert Mugabe. Bennett selber hatte die Vorwürfe noch in der vergangenen Woche kurz nach seiner Freilassung aus der Haft gegen 5000 US-Dollar Kaution im AZ-Gespräch zurückgewiesen.
Mlilo machte zudem klar, dass Roy Bennett nach wie vor der Kandidat für den Posten des Vize-Landwirtschaftsministers bleibe: „Daran gibt es auch trotz dieser Belästigungen durch den Staat keinen Zweifel.“ Gestern Morgen waren nach Angaben der MDC erneut drei verdächtige Personen an jenem Haus in Haare aufgetaucht, dessen Adresse Bennett vor Gericht als Wohnsitz angegeben hatte. Dort hätten sie Anwohner über den Verbleib und die Tätigkeiten des 52-jährigen MDC-Schatzmeisters ausgefragt.
Derweil sorgte gestern die Verhaftung und Anklage gegen Deon Theron, den Vizepräsidenten des kommerziellen Farmerverbandes CFU für Entsetzen. Theron war bei einem Termin mit dem Geheimdienst CID festgenommen und später wegen Justizbehinderung angeklagt worden. Er sitzt jetzt im berüchtigten Zentralgefängnis Harare, MDC-Informationen zufolge bekommt er dort keine Mahlzeiten.
Der CID hatte das Gespräch unter dem Vorwand arrangiert, Theron seine Foto- und Videokameras zurückgeben zu wollen, mit denen er am 6. März Aufnahmen von der Unfallstelle und dem Fahrzeug gemacht hatte, in dem Morgan Tsvangirais Ehefrau Susan ums Leben gekommen war. Schon vor Ort war er vorübergehend festgehalten und sein Equipment konfisziert worden, in den darauf folgenden Tagen hatte der CID mehrmals versucht ihn zu verhaften.