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Vom 12.03.2009

Bennett darf in die Freiheit

Simbabwe: Oberster Gerichtshof lehnt Einspruch des Staates gegen Kaution ab

Windhoek/Harare – Simbabwes designierter Vize-Landwirtschaftsminister Roy Bennett wird spätestens heute aus der Haft entlassen. Der Oberste Gerichtshof in Harare schmetterte gestern einen Einspruch der Staatsanwaltschaft gegen die Haftentlassung des 52-Jährigen auf Kaution ab, teilte Andrew Chadwick, Medienberater von Premierminister Morgan Tsvangirai, der AZ gestern mit. Er selber machte sich noch am Abend auf den Weg ins mehr als 300 Kilometer entfernte Mutare, um Bennett aus der Untersuchungshaft abzuholen, wo der MDC-Schatzmeister seit dem 13. Februar unter dem Vorwurf der Verschwörung und des Terrorismus festgehalten worden war. Ob Chadwick Bennett noch am Abend in die Freiheit holen konnte, stand bis Redaktionsschluss nicht fest.
„Das Urteil ist ein Hinweis auf den so lange erhofften Wandel in der Politik. Der Oberste Gerichtshof war Präsident Robert Mugabe völlig ergeben, die Richter riefen ihn am Morgen an, um zu fragen, welches Urteil er an diesem Tag wollte“, kommentierte ein hochrangiges MDC-Mitglied die Entscheidung. Das Obergericht in Harare hatte Bennett schon vor zwei Wochen Kaution gewährt, die Staatsanwaltschaft hatte aber wiederholt tief in die juristische Trickkiste gegriffen, um die Freilassung zu verzögern. Der Oberste Richter Simbabwes, Godfrey Chidyausiku, erhöhte allerdings gestern die Kautionssumme von 2000 auf 5000 US-Dollar, zudem muss sich Bennett drei statt, wie vom Obergericht festgelegt, zwei Mal pro Woche bei der Polizei melden.
Premierminister Morgan Tsvangirai, ein persönlicher Freund Bennetts, erreichte die Nachricht gestern in einer der schwersten Stunden seines Lebens: In seiner Heimatstadt Buhera wurde seine Ehefrau Susan († 50) beerdigt, die am Freitag bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen war.
Gute Nachrichten erreichten Simbabwe gestern au Australien. Als erste Westmacht kündigte das Land direkte finanzielle Unterstützung an. „Wir werden 10 Mio. US-Dollar bereitstellen, um Premier Tsvangirai und der so genannten Einheitsregierung zu ermöglichen, Wasserversorgung, Abwasser und das Gesundheitswesen wieder auf Vordermann zu bringen“, erklärte Außenminister Stephen Smith.
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