Mal ehrlich: So langsam gleichen die Verhandlungen um eine Lösung der Simbabwe-Krise einem Weg nach nirgendwo. Als sich vor wenigen Wochen Präsident Robert Mugabe und Oppositionschef Morgan Tsvangirai erstmals seit zehn Jahren die Hand reichten und Gespräche ankündigten, glaubte die Welt schon an einen Durchbruch. Dummerweise hatte nur keiner wirklich damit gerechnet, dass Mugabe an der Macht kleben würde wie ein unliebsamer Pickel auf der Haut. Der 84-Jährige hat nämlich gar keine Lust, seine Befugnisse einschränken zu lassen und zukünftig eher als Gruß-August zu fungieren. Und auch Morgan Tsvangirai hat keine Lust – zumindest nicht darauf, als Premierminister Mugabe ständig vor der Nase zu haben. Irgendwie verständlich, dass er bullige Oppositionschef zuletzt sichtlich genervt aus dem Verhandlungszimmer gestürmt war. Zwar hat er damit die eigentlich schon erwartete Einigung erstmal gekippt, aber er sagt selbst: Lieber keine als eine schlechte Einigung. Diese um jeden Preis wäre zudem Verrat am Volk, das bei der Präsidentschaftswahl immerhin mehrheitlich für Tsvangirai gestimmt hatte. Er hat also Rückgrat bewiesen – schlimm nur, dass es seinem Mehr-oder-weniger-Parteifreund Arthur Mutambara offensichtlich daran mangelt. Der ehemalige Studentenführer, der nach einem Zwist mit Tsvangirai eine eigene MDC-Fraktion gebildet hatte, soll sich bereits mit Mugabe auf eine neue Regierung geeinigt haben. Zusammen mit den Parlamentssitzen der Splitterfraktion könnte Mugabes ZANU (PF) tatsächlich erneut die Mehrheit im Abgeordnetenhaus stellen – und Tsvangirai bliebe erneut nur das Los des Oppositionsführer. Ist es das, was das Volk wollte? Wohl kaum!
Mutambara, immer im Schatten von Tsvangirai, könnte jetzt plötzlich das Zünglein an der Waage sein und ins Licht der Öffentlichkeit treten, vielleicht sogar selbst Premierminister werden, wenn Tsvangirai hart bleibt und keine unverhältnismäßigen Zugeständnisse macht.
In einer Mugabe-Regierung wird Mutambara dennoch untergehen – und wenn er tatsächlich mit dem 84-Jährigen und ohne Tsvangirai gemeinsame Sache macht, dann zerstört er alle Hoffnungen auf den dringend nötigen Neubeginn. Denn fest steht: Ein wirklicher Umschwung in Simbabwe wird nur ohne Mugabe möglich sein!