Robert Mugabe hat Angst. Offensichtlich sogar große Angst, Angst um seine Macht, Angst davor, dass die Welt sehen könnte, was für ein gnadenloses Regime er führt und wie er seine Bevölkerung Dreck fressen lässt. Nur so ist zu erklären, warum er den Besuch von hochrangigen „Elder Statesmen“, namentlich Ex-US-Präsident Jimmy Carter, Ex-UN-Generalsekretär Kofi Annan sowie Menschenrechtsaktivistin Gracia Machel, Ehefrau von Nelson Mandela, ausgebootet hat. Für die Delegation gab es kein Einreisevisum – mit der Begründung, das Trio habe sich nicht an die offiziellen Prozeduren gehalten und die Regierung nicht um Erlaubnis gefragt.
Doch eigentlich saust Mugabe nur der sprichwörtliche Frack. Sein Sprachrohr, die Staatszeitung The Herald, nannte andere Gründe: Das Trio sei eine dem Land feindlich gesinnte Clique, die die Opposition unterstütze. Man habe Angst, so äußerte ein hochrangiger Beamter, dass das Team in die politischen Verhandlungen eingreifen könne.
Dabei war das nie die Absicht von Carter, Annan und Machel. Sie wollten sich ein Bild von der Lage der Bevölkerung machen. Ironischerweise hat erst Mugabes Verweigerung den Besuch zu einem Politikum gemacht: Statt eines Trips nach Harare führten die Politgrößen in Johannesburg Gespräche mit Oppositionsführer Morgan Tsvangirai.
Doch die Politik war nur ein vorgeschobener Grund: Mugabe wollte mit allen Mitteln verhindern, dass angesehene und stimmstarke Menschen sehen, wie das simbabwische Volk darbt. Ganz sicher hätten Carter, Annan und Machel umgehend berichtet, was sie in Simbabwe gesehen hätten: Menschen, die nichts mehr haben, keine Arbeit, keine Nahrung, keinen Strom, keine medizinische Versorgung und wohl auch allzu oft keine Hoffnung mehr. Durch den Besuch hätten diese Menschen eine Plattform bekommen, wäre ihr Leid um die Welt gegangen, hätten sie vielleicht auf Hilfe von außen hoffen dürfen.
Daran hat Mugabe aber kein Interesse. Ihm, dem Verantwortlichen für dieses Leid, geht die Situation eines Volkes wie immer am Allerwertesten vorbei. Er lässt die Menschen lieber weiter darben, als Gefahr zu laufen, dass seine Schuld an der humanitären Katastrophe offenbar und er dafür angeprangert wird. Dabei ist es höchste Zeit, dass genau dies geschieht.