Es war keine gute Woche für Air Namibia. Während sich die staatliche Fluggesellschaft in Berlin auf der weltgrößten Tourismusmesse ITB von ihrer besten Seite präsentieren wollte, sorgten Probleme auf den Flügen für miese Schlagzeilen: Montag Verspätungen durch Vogelschlag, Dienstag durch technischen Defekt und Donnerstag dann der Super-GAU: Kurz nach dem Start Umkehr nach Frankfurt. Triebwerksprobleme.
Wirklich keine besonders gute Werbung. Mal wieder entsteht der Eindruck einer „Bananen-Airline“, mal wieder sind Passagiere stocksauer, die Internetforen werden dies mit schlechten Bewertungen und lautstarken Beschwerden zeigen. Und mal wieder kursieren jene hartnäckigen Gerüchte, dass Air Namibia aus Kostengründen auf von den zuständigen Lufthansa-Technikern empfohlene Reparaturen verzichtet – auch wenn die Fluggesellschaft dies vehement bestreitet.
Aber ist Air Namibia aufgrund dieser schwarzen Woche tatsächlich eine miese Airline, ein Sicherheitsrisiko? Wohl kaum. Erstens liegen sämtliche aufgetretenen Probleme nicht in der Hand der Fluggesellschaft. Zweitens kämpfen auch andere Airlines tagtäglich mit ähnlichen Schwierigkeiten. Wenn ein Vogel in das Triebwerk fliegt, kann Air Namibia nichts dafür. Zwischenfälle wie dieser passieren Tag für Tag an so gut wie jedem Flughafen dieser Welt. Dass Triebwerke Probleme machen, ist weder die Schuld des Managements noch der Piloten. Dass die Wartung Zeit braucht, erst Recht nicht. Air Namibia hat allerdings gegenüber anderen Fluggesellschaften ein Problem: Mit nur zwei Langstreckenfliegern ist es immer schwer, auf die Schnelle einen Ersatz bereitzustellen. Ein ähnlicher Ausfall beispielsweise bei Lufthansa kann binnen weniger Stunden durch eine andere Maschine kompensiert werden.
Und mal ehrlich: Bislang hat Air Namibia eine weiße Weste. Auch damit das so bleibt, sind die Piloten am Donnerstagabend kurz nach dem Start umgekehrt, selbst wenn man theoretisch mit den drei verbliebenen Triebwerken nach Windhoek hätte fliegen können. Aber Sicherheit geht eben vor. Und das ist gut so. Wie groß wäre das Geschrei gewesen, wenn die Maschine weitergeflogen und abgestürzt wäre? Den jetzt meckernden Passagieren sollte ein sicherer Flug, gar ihr Leben schon ein paar Stunden des Wartens wert sein.