Überfall auf Luftwaffenchef – UN steht vor verschlossenen Türen
Genf/Harare/Gaborone - Die Hilfsorganisationen haben die Cholera-Epidemie in Simbabwe trotz aller Anstrengungen nicht im Griff. Wenn es nicht gelinge, alle Kräfte zu mobilisieren, steuere das Land auch angesichts der einsetzenden Regenzeit auf eine Katastrophe zu, sagten gestern Vertreter der Föderation der Rotkreuz- und Roter Halbmond-Gesellschaften in Genf. Sie gaben die Zahl der Opfer mit annähernd 1000 allein in Simbabwe an, wovon die Hälfte auf die Hauptstadt Harare entfalle.
Gefahr bestehe auch für die umliegenden Länder, erklärten die Rotkreuz-Vertreter. Derzeit gebe es mehr als 10 000 Cholera-Fälle in Angola und über 8000 in Mosambik. Viele Wanderarbeiter aus Südafrika kämen außerdem über Weihnachten in ihre Heimat zurück und könnten sich anstecken. Die Regenzeit könne die Ausbreitung der Epidemie noch verschlimmern, erklärten die Experten. Wenig Hoffnung machen auch die Vereinten Nationen (UN). UN-Chef Ban Ki-Moon sagte: „Wir können nur sehr wenig für Simbabwe tun, da ihre Regierung uns jegliche Hilfe verwehrt.“ Man stehe vor verschlossenen Türen.
Unterdessen wurde Simbabwes Luftwaffenchef Perence Shiri bei einem Anschlag leicht verletzt worden. Unbekannte hatten den General in der Nähe seiner Farm nördlich von Harare überfallen. Dabei sei Shiri leicht an der Hand verletzt, hieß es. Die Staatszeitung „The Herard“ bezeichneten das Attentat als „Teil einer zunehmenden Zahl terroristischer Angriffe" gegen ranghohe Persönlichkeiten des Regimes von Präsident Robert Mugabe. Shiri ist ein naher Verwandter Mugabes.
Simbabwes Nachbarland Botswana wies Vorwürfe entschieden zurück, ein Komplott gegen Mugabe zu planen. Simbabwe bezeichnete Botswana erneut als Verbündeten der Westmächte, welches die Stabilität der südafrikanischen Länder beeinträchtigen würde.