Windhoek/Harare – Die Gespräche über eine Einheitsregierung in Simbabwe sind am frühen Dienstagmorgen erneut gescheitert: Nach zwölfstündigen Verhandlungen wurden das Treffen von Machthaber Robert Mugabe sowie den MDC-Vertretern Morgan Tsvangirai und Arthur Mutambara unter Vorsitz von Südafrikas Präsidenten Kgalema Motlanthe ergebnislos abgebrochen. Mugabe erklärte, er habe einen vorliegenden Vorschlag des Staatenbundes SADC akzeptiert, im Rahmen dessen Tsvangirai am Samstag als Premierminister eingeschworen werden sollte. Dieser erklärte hingegen, dass noch immer entscheidende Streitfragen ungeklärt seien. „Es ist für uns als MDC wahrscheinlich der schwärzeste Tag unseres Lebens, weil die ganze Nation weiter warten muss“, äußerte ein sichtlich angespannter Tsvangirai, der für seine Partei mehr Einfluss in einer gemeinschaftlichen Regierung mit Mugabes ZANU (PF) fordert und dies mit dem Sieg der MDC bei den Wahlen im vergangenen März begründet.
Auch wenn Mugabe am Sonntag angedroht hatte, die Gespräche komplett abzubrechen, wenn Tsvangirai den Vorschlag nicht akzeptiere, sind für kommende Woche neue Verhandlungen in Harare angesetzt. Angesichts des neuerlichen Scheiterns hat gestern auch das Parlament in Harare seine Beratungen über die für eine Einheitsregierung mit neu geschaffenem Premierminister-Posten nötige Verfassungsänderung ausgesetzt.