
Sie leiten den alternativen SADC-Gipfel: Anna Beukes, Direktorin von NANGOF (Trust nichtstaatlicher Organisationen in Namibia).
Windhoek – Gestern morgen sind die SAPSN (Southern Anfrican Peoples´ Solidarity Network) und etliche ihrer Mitstreiter des südlichen Afrika wie der NANGOF-Trust Namibias in der katholischen Gemeindehalle in Windhoek zusammengetreten, um kritisch auf Fragen der Sozial-, Wirtschafts- und der Menschenrechte der Staatengemeinschaft des Südlichen Afrika (SADC) einzugehen. Die Parallelkonferenz dauert zwei Tage und geht heute zu Ende. Aus Simbabwe sind ZIMCODD (Zimbabwe Coalition on Debt and Development) sowie die Krisenkoalition von Simbabwe angereist. Letztere vertritt die Interessen der kommerziellen Farmer, deren Rechte die Mugabe-Regierung auch nicht nach den Verhandlungen am SADC-Tribunal in Windhoek anerkennt, obwohl die SADC-Richter sich einstimmig für den Schutz ihres Lebens, ihres Eigentums und für den Schutz ihrer Angestellten ausgesprochen hat. Die Krisenkoalition Simbabwes hat ihren Sitz in Johannesburg und agiert aus dem Exil.

Sofonea Shale, Direktor für Entwicklung, Friedensförderung und Bildung in Lesotho und in der Region; Dakarayi Matanga – Generalsekretär von SAPSN (Southern Peoples´ Solidarity Network) sowie Direktor von ZIMCODD (Zimbabwe Coalition on Debt and Development) und Dot Keet, Aktivistin für Handelsgerechtigkeit.
ZIMCODD scheint sich dagegen mit dem Mugabe-Regime arrangiert, beziehungsweise abgefunden zu haben.
Die Parallel-Sitzung der NGOs (nichtstaatlichen Organisationen) wurde gestern Morgen von Prof. Joseph Diescho eröffnet, der Politologe und Analytiker, der in der Regel zu den alternativen und eigenständigen Stimmen gehört. Ferner haben die Delegierten Stimmungsberichte aus folgenden Ländern angeboten: Namibia, DR-Kongo, Südafrika, Sambia, Malawi, Mosambik, Swasiland , Simbabwe und Lesotho.
Die Konferenz tagt unter dem Thema „Reclaiming and reuniting SADC for People´s Social Economic Rights“.
Einen Vorgeschmack dessen, was unter diesem Titel zu verstehen sei, hat die Aktivistin Dot Keet am Samstagnachmittag in Windhoek angeboten, als die SAPSN-Organisation sich vorgestellt hat. Die Gefahren, die der SADC von außen drohen und die Herausforderungen teilte Keet in vier Punkte auf.
Sie stimmt direkt mit Namibia und Südafrika überein, dass das neue Wirtschaftsabkommen mit der EU (EPA: Economic Partnership Agreement) in der anfänglichen Gestalt die Zollunion des Südlichen Afrika (SACU) und SADC in zerstrittene, uneinige Lager zertrennen würde. Sie kritisierte die EU ausdrücklich, dass die Europäer getrennte EPA-Abkommen mit SADC-Staaten eingingen. Zur seit 2008 angestrebten Freihandelszone der SADC fordert Keet, dass diese „allmählich, nach Präferenzen und differenziert“ eingeführt werden solle. SADC müsse ferner allmählich mit den anderen Wirtschaftsblöcken von Ostafrika zusammenarbeiten, zum Beispiel COMESA.
Zum afrikanischen Verhältnis zu China warnt Keet, dass die frühere Abhängigkeit Afrikas von der EU nicht durch neue Abhängigkeiten von China ersetzt werden dürfe.
Die alternative Konferenz wollte ihre Beratung laut Programm heute mit einem Solidaritätsmarsch abschließen, aber NANGOF-Chefin Anna Beukes war am Samstag noch unsicher, ob das wegen des Polizeiverbots noch möglich sei. „Das Verbot ist verfassungswidrig, wir müssen den öffentlichen Raum einnehmen, der uns zusteht“, erklärte sie.