Simbabwische Delegation sucht Investoren für Landwirtschaftssektor
Drei Geschäftsmänner, ein Ziel: Ein Farmer, ein Bankier und ein Unternehmer suchen ausländische Investoren, die Simbabwe nach Ende des Mugabe-Regimes wieder aufbauen. Vergangene Woche stellte sich das Trio in Berlin vor und hat wegen der kritischen Sicherheitslage darum gebeten, anonym zu bleiben.
Berlin/Harare – Eingeladen dazu hatte die Südliches-Afrika-Initiative der Deutschen Wirtschaft (SAFRI). Als ein konkreter Punkt wurde die Gründung einer Entwicklungsbank in dem Krisenstaat genannt, die vor allem im Landwirtschaftssektor finanzielle Unterstützung leisten soll. „Das Mugabe-Regime ist kurz vor dem Ende. Wir wollen nicht jetzt schon mit dem Bau eines solchen Finanzinstituts beginnen, sondern nur die nötigen Vorbereitungen treffen“, sagte der Farmer, der seit mehreren Jahren in Simbabwe lebt, über 30000 Menschen auf seinen Farmen beschäftigt und großes Potenzial für zukünftige Investoren sieht. Allerdings: „Ein Wachstum kann nur wieder geschaffen werden, sobald es ein rechtmäßiges und nicht von Politikern beeinflusstes Umfeld gibt.“
Der Unternehmer stimmte dem zu und zeigte sich genauso zuversichtlich, dass der „Sturm“, der zurzeit in Simbabwe wütet, bald vorüber sei. „Diese Phase, die unser Land durchmacht, wird nicht für immer andauern“, sagte er und fügte hinzu: „Sobald die Veränderung kommt, wird der Landwirtschaftsektor sofort genutzt, um die simbabwische Gesellschaft zu forcieren.“ Der Unternehmer führt ein Geschäft mit etwa 3000 Angestellten – vor knapp fünf Jahren waren es noch 5000. „Wir streben eine Vereinbarung an, die gut für uns und unsere Investoren sein wird“, führte er aus.
Der Bankier, dem unter anderem zwei Banken in Simbabwe gehören, gab einen kurzen Ausblick auf das zukünftige Projekt. Demnach soll der Großteil an Anteilseignern aus Simbabwe stammen, vor allem Privatunternehmen sowie Organisationen. Die Bank werde ein professionelles Management- sowie Experten-Team benötigen, das qualifiziert sei und technische sowie unternehmerische Dienste anbieten könne. Außerdem werde das Finanzinstitut eine große Rolle bei Wiederaufbau und Entwicklung des Landes spielen, mit dem Schwerpunkt auf dem privaten Sektor.
Anwesend bei der Präsentation waren unter anderem in Deutschland lebende Repräsentanten des Afrika-Vereins (German Africa Business Association), der Deutschen Afrika-Stiftung, der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) sowie des Verbandes Bergbau, Geologie und Umwelt. Nach dem Besuch in Berlin reist das Trio weiter in die Vereinigten Staaten sowie nach England, um auch dort für Investitionen zu werben, bevor es wieder zurück nach Simbabwe zu den Familien geht.