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Vom 11.04.2008

Wahnsinn in Simbabwe – und die Nachbarn schweigen eisern

Nimmt der Wahnsinn in Simbabwe kein Ende? Während alle Welt über steigende Lebensmittelpreise klagt, machen sich die Schlägertrupps des simbabwischen Diktators Robert Mugabe abermals daran, die verbliebenen weißen Landwirte von ihren hochproduktiven Farmen zu jagen.

Aus Rache für Mugabes klare Wahlniederlage in der Parlaments- und wohl auch in der Präsidentschaftswahl, deren Resultat auch fast zwei Wochen nach dem Urnengang verheimlicht wird, besetzen seine Schläger nun die restlichen Farmen der Weißen – und kaum jemand erhebt die Stimme. Man will sich gar nicht vorstellen wie laut der Aufschrei weltweit wäre, wenn Weiße ähnlich rassistisch gegen Schwarze vorgingen.
 
Wieder einmal schlägt Mugabe die Kriegstrommel im Land - gegen die (schwarze) Opposition und die winzige weiße Minderheit. Ziel ist einzig und allein, seine zerfallene Macht mit allen verfügbaren Mitteln zu retten. Wie einst Idi Armin im Fall der indischen Händler in Uganda missbraucht Mugabe die weißen Farmer als Sündenböcke.
 
Obwohl Mugabe mit seinem blutigen Krieg gegen das eigene Volk jeden einzelnen Punkt des neuen Afrikaplans (Nepad) ad absurdum geführt hat, hüllen sich die Führer des Kontinents noch immer in Schweigen. Die von Südafrikas Präsident Thabo Mbeki versprochene "Selbstüberwachung" hat sich als eine reine Worthülse entpuppt. Mbeki, der sich über Jahre hinweg als größter Fürsprecher Mugabes erwiesen hat, ist selbst zwei Wochen nach dem Urnengang in Simbabwe noch immer bereit, auf das Ergebnis der Präsidentschaftswahl zu warten.
 
Es bleibt unbegreiflich, dass ausgerechnet Südafrika, der vermeintliche Hoffnungsträger des Kontinents,  Mugabe bislang mit keinem einzigen Wort kritisiert sondern ihn, ganz im Gegenteil, durch seine jahrelange Unterstützung vielmehr dazu animiert hat, mit seinem zerstörerischen Werk fortzufahren. Obwohl der Despot bereits drei Wahlen in Folge eklatant manipuliert hat, hat Südafrika sie alle für frei und fair befunden. Kein Wunder, dass Mugabe es jetzt wieder versucht - und scheinbar erneut damit wegkommt.
 
Der Grund für seine Apathie liegt auf der Hand: Wie Mugabes Zanu-Partei ist auch Mbekis ANC fest davon überzeugt, als frühere Widerstandsbewegung das Ende der Geschichte zu sein – und nach der "Befreiung" der schwarzen Mehrheit vom Kolonialjoch nun quasi einen Blankoscheck auf die Macht zu haben. Wer dies hinterfragt, muss zwangsläufig ein von neokolonialen Kreisen im Westen gesteuerter Konterrevolutionär sein – exakt der Vorwurf, den Mugabe wie Mbeki oppositionellen Kräften im eigenen Land machen. 

Auf dem Emergency-Gipfel der Staatengemeinschaft des südlichen Afrika (SADC) am Wochenende in Sambia haben die Länder der Region nun eine allerletzte Chance, Mugabe doch noch zu stoppen. Doch die Aussichten stehen denkbar schlecht. Afrikas Eliten sind träge und ihre Lösungen entsprechend einfach: Sie warten auf den Tod des 84-Jährigen oder darauf, dass Mugabe die Macht nach einer abermals gefälschten Wahl vielleicht doch noch an einen ihm genehmen Nachfolger weiterreicht.
 
Der weltweit mit Entsetzen verfolgte Niedergang Simbabwes ist für ganz Afrika eine Tragödie sondergleichen. Der Ruch, dass hier ein ganzes Land in Schutt und Asche gelegt wird, nur weil sein Diktator glaubt, ein lebenslanges Anrecht auf die Macht zu haben, wird Afrika noch lange anhaften und Investoren trotz aller Sonntagsreden noch lange im Gedächtnis bleiben. Gleich nebenan in Kenia herrscht ein ähnliches Chaos.
 
Bis jetzt, bis zum allerletzten Moment der Mugabe-Tyrannei, fehlt ein klares Bekenntnis des Kontinents gegen den Amokläufer in seiner Mitte. Solange aber seine Präsidenten mit solch blindem Egoismus regieren und Despoten wie Mugabe trotz schlimmster Menschenrechtsverstöße auch noch als Befreiungshelden feiern, braucht sich niemand zu wundern, dass Afrika, wie jetzt Kenia und Simbabwe, nach immer den gleichen Regeln ins Elend stürzt.
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